Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 191 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 191 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2

Bild der Seite - 191 -

Bild der Seite - 191 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2

Text der Seite - 191 -

191Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 65 70 ein gewisser Lehmann, denn ich von Wienn gekennt meinetwegen herum, er wird aber soviel ausricht>en@ wie alle andere. Das schlimste ist, daß ich jezt nicht aus- geh>en@ kann wegen den Kraffort, und wann man nicht beständig antreibt, so ver- sprech>en@ die Leüte viel und halt>en@ nichts, od>er@ lüg>en@ etwas daher. Dein Anzieh Weib kommt auch nicht mehr, und der Schuster hat 50 lb auf cession des Billiets auftreib>en@ woll>en@ \will sagen anstatt 200: 50./. Stelle dir ein wenig meine Umstände vor e vestiti un pocco di miei panni. Wegen des Hausherrn hat er sich declarirt, daß er das Geld vorschiessen, damit ich die Green \vor die Pfänder/ bezahle, und er will sie zu sich nemmen. 14 Däge nach deiner Abreise schenkt er mir den Hauszins, das übrige aber solle ich ihm geben>,@ was ich selber gern will. Sie läst ihn nicht mehr bey ihm schlaffen, sondern schläft bey dem Lambert od>er@ des Regi>nelli@ Bet. Jezt zieht er los über die Lambert, die er sagt, daß er sie nicht mehr im Haus geduldete, so es nicht meinetweg>en@ geschähe. Er hat de >sic@ Green öfentlich seine H>ure@ declarirt, und gestern ist die Ammel mit dem Kind >S. 2@ gekommen und hat ihms gebracht, der Peter sein Vatter und Mutter dörften auch nicht mehr ins Haus. Er sagt sie seyen alle zusammen ein Canal>ien@ Gepack. Ich habe ihm aber auf eine ganz gute Art zu sagen gewust, daß wir zu allen diesen Leut>en@ durch ihn gekommen, od>er@ wenigstens so lang behalten. worauf er es bedauret. Aber zu spät für Uns. Er hat sie alle in Argwohn des Kuppelns, hat auch mehr als zu recht. Ich bite dich etwa nicht zu glauben, daß ich mich besoffen selben Abend, ach nein, Meine Krankheit stekte mir schon lang im Leib, und es wäre eine Thorrheit lang um den Ursprung zu frag>en@, es ist nur viel, daß ich nicht ehender darnieder geleg>en@, oder gar crepirt. Mit einem Wort>:@ selber Abend hat Gelegenheit gegeben, daß sie ausgebroch>en@. Ich habe alles bey deiner Abreise vorhinein gesehen, auch selbe Nacht kein Aug zu gethan, sondern es stunde mir der Angstschweis auf der Stirne wegen den künftigen Ding>en@ pp. Ich hoffe du wirst es auch für keine >sic@ geringes Zeich>en@ der Liebe ansehen, daß ich dich nicht gleich anfangs betrüb>en@ woll>en@, sondern lieber allein gelitten, weil du auch deinen Theil zu leiden hast, insbesondere, wegen Ausbleibung der Coffrè. Dann ohne Geld ist da kein Mittel, so wenig als eine verdamte Seele sich aus der Hölle herauslüg>en@, od>er@ biten kan, auf die lezt aber war ich gezwungen dir nach und nach die Beschaffenheit der Sachen zu schreib>en@. Wann du wüstest wie schwer mir das schreib>en@ ankommt, du wirst es wohl aus der zitternden Hand und Verwirrung erkennen. Ist vieleicht der Philip daran schuld, daß du so oft die Post versäumst, od>er@ ist etwa eine andere Ursach Schuld daran, und dein lezter Brief mir ein trauerbrief? Dann ich habe \schon/ in etlichen eine grosse Kaltsinnig- keit wahrgenohm>en@, und das meist bestund in Comissionen. Ich kan mich nicht genugsam verwundern, daß du so sichere Hofnung auf Ausbringung des Billiets machest, ich habe dir ja niemahlen keine Hofnung in meinen Brief>en@ gegeb>en@, sondern nur berichtet, was ich vorhabe, du hast auch in deinem hierseyn die ent- sezlich>en@ Schwürigkeit selbst gesehen. Ich rucke dir dieses nicht vor, sondern ich
zurück zum  Buch Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Operisti als kulturelles Netzwerk