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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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244 Edition der Briefe 75 80 85 90 95 100 105 110 Übermuths erwehren, wenn ich aber bey dir, ist es eine ganz anders Wes>en@. Die Krankheit hat mir den Küzel zimlich vergehen gemacht, die Armuth, der Chagrin hat mir nicht \einmahl/ auf den geringsten Gedanken auf andere verfallen lassen. Auf dich war>en@ all meine Gedanken, und angenehme Vorstellungen, sie wurden aber bald durch die miseri unterdrucket, und auf verdrüssligkeit>en@ und serieuse Sachen angewendet. Nun weiß ich daß du zu Zeit dieses Brie deines lezten Briefes meine grosse Krankheit nicht gewust. Ich will derentwegen recht aufrichtig reden. Ich habe allerdings einer Ruhe höchst nöthig, dann du kanst es nicht glaub>en@ wie ich entkräftet >S. 3@ und zugerichtet bin. Ich sehe einem todten mehr änlich als einem lebendigen, daß alle Leüte über mir erschrecken. Nun wäre ich allerdings unfähig mich alsobald foderst bey dieser Kälte auf die Reise zu begeben. Allein um bey dir zu seyn will ich gern mein Leben hazardiren, wie kann ich aber des Geldes wegen? Ich muß also mit aller Gewalt hier sehen wenigsten das Reisgeld zu erhalten, indessen erwarte ich von dir deine Categorische resolution, ob du wilst, daß ich dir nach Coppenhagen folge, welches mir das liebste. Oder ob ich bey den lieb>en@ Eltern und Kindern den Winter zu bringen, die Reise dorthin würde kaum so viel kost>en@, als nach DenneMark, und dort>en@ könte ich aufs höchste um 15 À. Monatlich oder noch weniger herrlich leb>en@ welches in Denne- mark auch kostbahrer seyn würde. Oder solle ich zum Jozzi nacher Paris, und dort>en@ componir>en@ und drucken lassen, ich weis gewis, daß ich mich durch- bring>en@ wolte ohne dir was zu kost>en@. Er schreibt, daß er nachdrückliche Schreib>en@ an Marechal Saxe habe, dieses kan sein grosses Glück seyn. Du weist wie hart mir der Winter allzeit zusezet, und jezt nach einer so grossen NB Gemüths Krankheit möchte ich wohl ein wenig ausruhen. Überlege alles dieses und schreibe mir deine lezte, ernstliche, und nicht ¿ngirte resolution, ich werde unterdessen alles mögliche thun, um bereit zu seyn aus dieser Egiptisch>en@ Gefangeschaft ein mahl zu entkommen. Unterdessen möchte ich desperat werden, daß deine gebene- deyte Opera noch nicht in scena gegangen. Ich warte auf diese Nachricht, wie die Juden auf den Messias. Schike mir auch ein titelblat mit den Personagen, es koste was es wolle, wo du 1ma Donna, und die Pompeati 2da. Die Ashe plaget mich um die wörter Voi miei pensieri p und ich habe sie nicht, wie auch die Musiqs nicht von deiner teütsch>en@ Arien die du gemacht hast. Diese brauche ich nicht, aber die Wörter für die Ashe, compress geschrieb>en@ so du kanst. Borosini hat mir mit dieser Post geschrieb>en@ nebst ein>em@ Beyschlus von Churfeld, weil sie aber beide melden, daß sie dir schreib>en@ wollen, so ist es unnöthig, daß ich wei- ter was davon schreibe. Wegen Fenster ein werff>en@ möchte ich nicht gern nach WestIndien transportirt werd>en@, aber ich habe was anders im Kopfe. Mit dei- nen Haub>en@ solst du bedienet werden, auch mit allen übrigen so viel mir mög- lich. Wegen den Pantomimi ist heüte wieder der Kerl hier bey mir gewest, er will mir mit der Sprache nicht heraus, was er davor will, hat mirs aber bis freydag versproch>en@. Seye Gescheid liebe mich, und schicke mir zum trost wenigstens
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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