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110 zu den Comissionen übermachen \sollest/, und wann du vor mich was weniges
beylegen köntest. Es ist Eüch allen nichts verlohren. Bey den vorig>en@ Obig>en@
2 kanst du gut stehen, daß ich die Sach>en@, und so gut als mir möglich schicken
werde, und bey dir ist es so: zahlet der Mylord ganz od>er@ etwas, so verspreche
ich dir bey Gott, daß ich davon keinen Sous verwenden werde, ausser einzukauf-
fen, was du mir geschrieben, und die Schulden zu zahlen, welche du doch ein-
mahl>en@ abthun must, ausser du wilst mich hier dem ruin ausgesezt seyn lassen.
Ich verlange nichts für mich, obwohl>en@ man gleichwohl leben muß, sondern
ich will alles in der Welt thun mich durchzubring>en@, ob ich schon keine andre
Scholar>en@ habe als die Arundel, und Auretti /: der lezte giebt mir ein>e@ Guinée
das Monath NB :/ für dieses mahl, sondern nur mich für den Arest zu schüzen,
wenn ein und andrer kleiner Schuldner rappelköpig würde, welches wie das Wet-
ter changirt, geschehe>n@ \kan/, und mich um Gottes will>en@ einmahl von der
Lambert zu erlösen. Nicolai hat mich auch gemahnet, und begegnet mir zimlich
kaltsinnig. Piacenza, weil er mich \bisher/ barbieret, hat auch insolent gefodert
weil er aber 43 Sch>illing@ inclusive der 15 so du ihm versproch>en@, und für alle
seine Gänge begehret, so habe ihm solche gerne gegeb>en@, daß ich so von ihm
abgekommen, indem bey deiner Abreise \d>u i@hm/ schon ein mehreres zugedacht.
Du must zu Gluck sag>en@, du kanst >mir jez@t kein Geld schick>en@, und ich könte
hier auch nicht so viel auslegen, weil der Milord nicht be>zahlet@ und die Uhr
sey fertig, gut, und Poy will bezahlt seyn, es ist auch wahr, ein andermah>l@ macht
er mir keine, wann ich ihn jezt anführe. Du anticipirest also das Geld nur, es bleibt
dich dennoch ersparet an deinen Onorario nemlich von des Milord Schuld wird
es wieder gut gemacht. Messieurs Gusman, und Abaco lassen sich dir schönstens
empfehl>en@. Der leztere hat des ersten \NB 2./ Frauen zur \NB 1./ Schwester.
Sie hab>en@ mir erzehlet, daß sie die Tasca aus Noth genohmen \worden/, daß
sie gar nicht gefall>en@, daß sie ein schönes neües theater, daß so dich jemand
proponirt od>er@ du zugegen gewesen wärest du gewis aufgenohmen. Wieder die
Giacomazzi sagen sie plages. Reginelli /: sagt Marchetti :/ hätte beym König von
Frankr>eich@ und Dauphin gesung>en@ und sehr gefall>en@, er läst seine Arien dort
drucken, alsdenn wird er wieder hieher kommen. Von Lachetti, Scola, Paradies,
Baronni, die Lauretisch>en@ Compl>imente@ an dich. Der Bruder in Rom fragt
öfters nach dir, id e>st@ Lachetta, Er hat den Sodi dorthin verschrieb>en@ mit
grosser gage. Ich kan die Scartechen die du von Anfang dieses Jahrs als einen
Calender gebraucht, und alles darein aufgeschrieben nicht ¿nden, hast du es
vieleicht unter deinen Schriften mitgenohmen 3. Schreibe mir es. Beaumond
der Oculist der öfters bey der Campioni mit Uns gespeiset, und dort immer ge-
spielet, ist bey seiner Frau tod im Bet vor 3 Däg>en@ gefund>en@ worden am Schlag-
Àus. Es sterben sehr viele Leüte jezt daran, unter andern eine Magd von 20 Jah-
ren.
+ Diesen Plaz habe ich gelasse>n@ >X@ >X@ra über, und indem ich im Coffè
Haus darauf gewartet, komm>X@ >X@ >X@tryal wieder Milord und erzehlet + das
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur