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70 materie in meinem lezteren. Ich werde aber wieder auf das neüe mahnen, obwohl
ich es schon gethan, und mir versichert worden daß alles meliori modo schon
geschehen seye. Heüte habe deinen Brief erst nach 6 Uhr Abends erhalt>en@, sonst
wäre ich gleich zu ihm gelauffen. Wegen Jozzi hast du mir geschrieb>en@, daß du
es sch versproch>en@ bekommen, daß er dirs schick>en@ wolle, aber nicht daß ers
gethan. Die Regalien sind besser als nichts, wenn sie gleich nicht groß. Wegen den
Philip kan ich dich versichern, daß er den lezten Abend einen ½ Guinée, wenn es
nur nicht 2 halbe gewest, restituiret, daß dieses muß ich bey meinen Gewissen
sagen. We Se mai il diavolo non lo persuadesse di scrivere qui al suo Padrone
di casa, che voi lu siete debitore, e che assignasse >S. 2@ quel soldo a lui, questo
mi persiguitarebbe subito ¿n alla prigione, denn er ist ein erz grober Flegl, e ha
tormento quel povero sarto paesano del servitore, che quasi piangeva e voleva
scrivere al servitore, che soffri tanto per causa sua. Non so, se lތabbia fatto. Paga-
telo piutosto, tanto che li dovete e fattevi dare la ricevuta scritta sopra carta di
potermila esspettare \mandare/ per ogni caso senza gran spesa di porto. Mތesspetto
ancora qualche colpo dalla Lambert, se non trovo rimedio di portarle dare qualche
buona somma, perché quella carampia se mangia lތanima, quando pago, o impiego
qualche soldo per qualche dތun altro e non piutosto a lei, e non potete credere di
qual tuono parli. Was ich wegen den Mingotti geschrieb>en@, war dazumahl, wie
ich so gesucht von hier weg, und zu dir zu kommen: Jezt habe ich ganz andere
Absicht>en@ Gott gebe nur, daß die Opera nicht gar zu Grund gehe. Samstag war
wegen der Pr>in@z>e@ßin Geburtsdag, und heüte wegen der Seiz ihrer Krankheit
/: Ich glaube daß es nur was ¿ngirtes seye :/ keine. Samstag die erste zum lezten
mahl, und heüte über 8 Däge der Orazio. Die Schuld>en@, so der Impressario
gemacht haben solle, ist nur ein falsches spargement. Der Handschuhmacher
lieffert wieder die Händschuh, hoffe also das unsre ohne Process durch den
Milord zu erhalt>en@. Ich hoffe auch, daß ich in des Händels Oratorio spielen
werde. Wegen den Bene¿ce werde ich nichts mehr schreib>en@, denn ich kan
nicht wissen, was sich andrer Orth>en@ thun läßt oder nicht? Wegen den Arien so
du gesung>en@, bin ich halter einmahl pr destinirt, daß ich sie nicht wissen
solle, denn du lebst und stirbst darauf, du hättest mir es geschrieb>en@, und ich
weiß sonst von keinen als von der Scherza la Pastorella, und des Händels seiner.
Jezt aber hast du mir die Sachen auf einmahl erkläret, da du schreibst, du hättest
ja nicht mehr als 2 Opern \gesungen./ Jezt weiß ich es. Ich glaube, du hast dein
spas mit mir, ich will dir den Arschvoll schon einmahl davor geben. Wegen Wien,
wirst du aus meinen vorigen gesehen hab>en@, was ich hierüber für Sentiments
habe. Wegen der Lamberts Wäsche, sagt sie das nemliche, was die Pompeati, und
wir werd>en@ es freilich zahlen müssen. Wegen den Lieb>en@ Eltern und Kindern,
freüet mich derselb>en@ Wohlaufseyn von Herzen, ich erwarte auch mit sehnsucht
von dir, wann und wie ich ihnen wieder schreib>en@ solle? Von der Stutgartisch>en@
affaire, habe mich in meinen Brieffen auch schon expliciret. Jezt habe ich wieder
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur