Seite - 348 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Bild der Seite - 348 -
Text der Seite - 348 -
348 Edition der Briefe
75
80
85
90
95 etes arrivè en bonne santè a Hambourg, et que vous ne serez pas trop tard pour
lތOpera de Copenhagen. Vous me ferez plaisir de me faire soavoir de tems en tems
de nouvelles de ce qui se passera a cette cour, et si vous avez lތhoneur de voir la
Reine en particulier Vous me faites scavoir, que vous avez tout a fai>t@ recouvert
votre voix, jތen suis tres aise, et je ne doute pas, que vous plairez a la Cour. Je suis
tres sincerement votre amie Charlotte Howe. Wilst du ihn in Original hab>en@,
um vieleicht damit seh>en@ zu lass>en@, daß du gleichwohl Leüte von Condition
hier hast, die an dich schreib>en@, so will ich dir ihn schick>en@ del resto habe
das Postgeld mir und dir ersparen wollen. Ich war Samstags in der Opera, der
Laschi kommt mir schlechter vor, die Seiz hat sich gebessert im üblen, singt alla
incurabile 1000 Sach>en@ macht sie hinein hinauf und herab, Macherone in dieffen
und mittern Corden. Die tenca negra ist wohl gekleidet und macht eine feine ¿gur
Sie sagt sie hätte diesen Kleidung dir abgespikt. Das Mädl von Bologna Amoretti
mit Nahmen, die hier zimlich gefällt, und repetir>en@ muß, hat mir ohne mich
zu kennen erzehlet, daß ihr viele Leüte sagten \daß/ sie einer gewissen Virtuosa
Madame Pirker viel gleich sehe, und sie hätte auch so eine taille, also gleicht sie
noch mehr wann sie als Weib angelegt, und machte sich damit sehr groß, allein
wie sie gehört da wer ich seye, hat sie deprecirt, und von dir mit grossen respect
gesproch>en@. Sie hat in der that was von dir, in specie die Nase, und seitwerts,
sonst aber siehet sie mehr der Cätherl in Wien gleich, aber hübscher. Der Castrat
singt zimlich wohl. Die Dänze sind sehr schlecht. Einmahl hab>en@ sie gep¿ff>en@,
wieder das repetir>en@, es war aber ein schönes Haus, heüte auch \weil/ der Ora-
zio zum erstenmahl. Caute mit dieser relation du weist schon wie es mit Brieffen
gehet, in specie für den Chechini. Palma emp¿ehlet sich Geminiani, Pasqualini.
Adieu liebe mich wie ich dich ich bin dein so lang ich lebe getreüer Pirker>.@
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Marianne hatte 1744 am Teatro di San Giovanni Grisostomo in Venedig bei der
Uraufführung von Domingo Terradellas Oper Artaserse mitgewirkt. Da sie in
Kopenhagen in Paolo Scalabrinis Vertonung des Stoffs die Partie des Arbace
singen sollte, wollte sie dessen Version der Arie „Per quel paterno amplesso“ durch
die Terradellasތ ersetzen. Das Notenmaterial lag Franz vor, entweder in einer
gedruckten Ariensammlung oder in einer kompletten Abschrift der Partitur. Da
Marianne in Venedig die Semira und nicht den Arbace gesungen hatte, konnte
Franz nicht auf bereits bestehendes handschriftliches Stimmenmaterial zurück-
greifen.
Borosini möchte Franz wegen der Schulden (Brief vom 31. Mai 1748, 3)
nicht unter Druck setzen, solange die Verhandlungen um ein mögliches Wiener
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur