Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 422 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 422 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2

Bild der Seite - 422 -

Bild der Seite - 422 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2

Text der Seite - 422 -

422 Edition der Briefe 115 120 125 so den Borosini eingeführt. Es hat mich etliche schlaÀose Nächte gekostet. Der Junge Auretti ist sein>em@ Vatter durchgegang>en@, aber wieder bekom>en@ word>en@, jezt ist er im Hemd zu Haus im Bethe und eingespert, wied>er@ ein>en@ Scholar>en@ verlohren. Mondags war hier das kleine theater im Heimarkt gestürmet, indem ein Kerl unbenant versproch>en@ auf einem Rohr alle Musiqs nachzumach>en@, in eine ordinaire Bottelien in Angesicht der Zuseher zu kriech>en@, und drinen zu sing>en@, todte befreünde in einer apparte Loge den so es verlangt sehen zu lass>en@, und mit ihnen zu sprech>en@ pp wie nun das Haus voll war, ist er mit dem Geld davon, darauf haben sie alles zerschlag>en@, und auf den Heimarkt herausgetrag>en@ und verbrent, also daß dem Pater, so herr davon über 400 lb Schad>en@ gescheh>en@. Prinz Cumberland hat seinen Deg>en@, und Joli seinen Scharla>chenen@ Mantl in der Confusion verlohren. Den 22t>en@ war hier grosses Wetterleücht>en@, und Donner von weiten. Adieu lebe wohl, und liebe mich wie ich dich küssend als dein bis in Tod getreüer Pirker>.@ Mondag ziehen wir aus. VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten, 1 Zusatz von Giuseppe Jozzi Beschädigung durch Siegelöffnung und an den Faltkanten auf S. 3/4. THEMENKOMMENTAR: Franz bezieht sich mit diesem Brief hauptsächlich auf ein undatiertes Schreiben Mariannes vom Anfang des Jahres 1749, das sie aufgrund seiner Angaben zum Erhalt und unter Berücksichtigung der Posttage (Versandtage) ungefähr in der Zeit zwischen 3. und 7. Januar abgefasst haben muss. Die Behauptung des Musi- kers, er lebe „miraculoser als der heil>ige@ Antonio von Padua“, wirft ungewollt ein Schlaglicht auf die katholische Gläubigkeit des 18. Jahrhunderts. Der Heilige Antonius von Padua, der im 13. Jahrhundert lebte, nahm bei seinem Eintritt in den Franziskanerorden den Namen des Heiligen Antonius Eremita an, der der Über- lieferung nach in spätantiker Zeit unter entbehrungsreichen Umständen als Ein- siedler in der Wüste gelebt hatte. In der Volksverehrung kam es deshalb zu Ver- wechslungen, das Einsiedlerleben wurde irrigerweise auch Antonius von Padua zugeschrieben. Deshalb beruft sich Franz, der in seinen Briefen an Marianne häu¿ger auf sein entbehrungsreiches Leben als Einsiedler mangels ¿nanzieller Mittel hinweist, auf diesen Heiligen. Die Betonung der Gottlosigkeit des Francesco Darbes ist insbesondere im Zusammenhang mit dem streng protestantischen Glauben und der strengen Lebensführung zu sehen, die bis zur Thronbesteigung Fredericks V. u. a. zur Schlie- ßung des Kopenhagener Hoftheaters geführt hatten. Wie üblich, kommen auch in diesem Brief beruÀiche Perspektiven zur Sprache. Franz fordert Marianne auf, wieder „unter die gangbare Welt“ zu kommen, also eine
zurück zum  Buch Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Operisti als kulturelles Netzwerk