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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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531Edition der Briefe 75 80 85 90 Andrien, verschone niemand m[ac]he dich zahl[en], denn Uns verschont auch niemand. Wegen den M[ilor]d schreibe ich nichts wie, wann pp als allein ich will thun, was in me[inen] Kräft[en], das ist alles. In meinem leztern ist die Aria von Palma, so d[u] verlangt hast beygeschlossen, auch die Antwort vom Lapis, daß er die Musiqs an Rezzani übermachet. Verwichenen OsterMondag \Sonndg [sic]/ ist die Janeton \Auretti/ mit einen hübsch[en] Jungen Franzosen, einen Dänzer in einer tavern zusammen gekommen, allwo sie unterweil[en] sie den Geistlich[en] und 2 Zeig[en] \1/2 Stunden lang ganz allein/ erwartet, unfehlbar die Heirath vor der Copulation werden vollzogen haben, die Mutter hat sie zwar ertappet, und die Zeügen und den Geistlich[en] dort angetroffen sie h nach Haus geführt, und wie man sagt jämerlich zerpeitscht. gestern aber hat sie Vatter und Mutter in aller Fruhe nach einen Closter geführt, glaublich nach Frankreich. Dieses leztere hat mir ihr Bruder, der sich jezt groß macht, vertrauet. Die Eltern sind Narrn, sie solten sich nach geschehener Sachen, bequemen. Es heißt aber, das Mädl sage, sie habe es darum gethan, um von ihren Eltern zu kommen, die sie nur einem gros- sen Herrn zum maitenir[en] aufheb[en] woll[en], und dieses kan leichtlich in offentlich[en] Zeittung[en] erscheinen. Gott bewahre Uns und alle getreüe Eltern von dergleich[en] Creüz. Adieu ich küsse dich zu 1000 mahl[en], liebe mich, wie ich dich dein bis in Tod getreüer Pirker[.] VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung und Tintenfraß. THEMENKOMMENTAR: Da Giuseppe Jozzi zu spät für ein reguläres Engagement vom Festland nach Lon- don zurückgekehrt war und sich die Aussichten auf eine von Antonio Campioni veranstaltete Opernsaison am Little Theatre nicht zuletzt durch den „Bottle Hoax“ zerschlagen hatte, war er darauf angewiesen, mit Konzerten Geld zu verdienen. Seine Förderer, die Burlingtons , waren allerdings abwesend, weshalb sich die Organisation als schwierig erwies. Bei seiner Bitte an Marianne, sich für Jozzi bei Mingotti zu verwenden, hat Franz ein ungutes Gefühl, weil seine Frau wohl einmal mit dem Impresario eine Affäre hatte. Sie soll deshalb andere Gründe vor- schützen, etwa ein konkurrierendes Angebot aus Stuttgart. Die Affäre um die Bezahlung der von Gluck bestellten Uhr ¿ndet in diesem Brief ihr vorläu¿ges Ende: Cyrill Wych zahlt aus Unmut über die neue Liaison seiner Mätresse Beccheroni mit Gluck kein Geld aus. Die Episode rund um die Tänzerin Janneton Auretti zeigt, wie sehr auch in Künstlerkreisen Eheschlie- ßungen dem Versorgungsprinzip unterlagen. EINZELSTELLENKOMMENTAR: < > Monsieur de Teibern Secretaire de Legation de Sa Majesté le Roy de
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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