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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 536 -
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536 Edition der Briefe 75 80 85 90 95 100 105 110 wenn ich ihn in [se]lber Zeit tormentirt hätte. Das Orchester ist 4, und die Dänzer 8 Abend nicht bezahlt [w]orden, und dennoch gedenkt der Hund auf neüe Opern übers Jahr. Es muß aber ein Banquier Bürg seyn, ich hoffe mit selben negotiren zu können, daß er auch mein B[illet] nimmt mittelst eines meiner Freünden, dieses ist die einzige geringe Hofnung so ich habe. Bedenke, und beherzige recht meinen betrübten und elenden Staat in dem ich stecke und ich wei[ß] nicht wie du so ohne Barmherzigkeit seyn kanst, und mich noch beschuldig[en] und als einen n[arr] en zu tractiren, auch zu schreiben, ich solle was ich kan nach Hamburg schicken? Mit wa[s Ge]ld? Mit was Credit? der für den Milord und alle theater Leüte däglich und stündlich mehr [f]ällt. Jozzi wundert sich auch hierüber, und sagt, wir beede sind ja dermahlen nicht im Stand ein Stückl Bänder geschweigenst was anders einzukauffen. Könte ich mein Blut zu Geld mach[en], so wolte ich mir gern alle Augenblick zur Ader lassen, um deine Comissio[ne]s auszurichten. Solte sich ein miracl [ereig]nen, so solte keine minute versäumet werd[en], [alle] menschliche Vernunft und Kräft[en] w[erde] ich \auch/ nach Möglichkeit anspannen zu dem Ende. [S. 3] Die Rechnung habe ich heüte unmöglich g[ar] fertig machen, und ausziehen können, mit nechster Post aber solst du ganz gewis einen s[olc]hen Extract bekommen, in welchen \du/ wie einen Spiegel alles und forderst wirst sehen können, daß ich für mich selbsten so wenig aufgewendet, als immer mög- lich, diese Arbeit war auch Ursach, daß ich Signor Mingotti nicht geschrieben. Jozzi hat mich ein und anders gekostet, und seinetweg[en] habe ich auch hier im Hause grössere Ausgaben gehabt als ich zuvor gewohnt war. Ich lese deine Brieffe nicht obit[er] hin, da hast du wieder unrecht. Die GegeneinanderHaltung der Brieffe wird es zeigen. Was wilst du zu Cöln machen? du bist ja aus der Marcheroute. Wegen der UhrKetten haben wir dazumahl geglaubt im Stande zu kommen, dir ein regal damit zu mach[en], destwegen habe dir den Preys nicht geschrieben. Sie kostet ein lb St[erling][.] Gott lob ich weis, daß du den Brief, so ich durch den Dänisch[en] Secretair geschicket habe, erhalt[en] hast, es ist der von 25t[en] Feb[ruarij][.] Ich glaube es gar zu gerne, daß an vielen Sachen ein grosser pro¿t zu mach[en] wäre, aber ach Gott? was soll ich thun? wie schon obe[n]gemeldet. Ich werde morg[en] nach ein[em] Hamburger Schif fragen. Daß die Turcotti die Höffe abbrennen will, ist mir nicht gar zu lieb, denn wir woll[en] es auch thun, wenn Gott will. Jozzi läst sich dir 1000mahl empfehl[en], und bedank[en] für das was du in deinem lezten gemeldet. Er sagt ohne Richtigkeit id e[st] Sicherheit kan er mit Ehren nicht wieder von hier abgehen, also müste er von Herrn Peter einen Brief, so für einen Contract giltig, empfangen, daß er künf- tigen Winter, wo er Opern machet als erster Mann aufgenommen seye, er müste auch die Preyse benennen für Brüssel, Holand, od[er] Hamburg, im erstern glaube ich vierhundert und fünfzig Goldgulden würde nicht zu viel seyn, die andern um 50 weniger. Dieses aber ist nur belaü¿g [sic] me[i]ne Meinung, ich habe ihm so dergleichen geredet, lasse dich nichts merken, noch viel weniger giebe seine
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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