Seite - 537 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
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140 Armut zu erkennen. Ich schreibe dieses zu Àeis zuvor im Deütsch[en] und im
Vertrauen. Wegen der ReiseKösten ist er ohnedem willens ihm solche zu geb[en]
für die recita. Es ist aber die Reise nach Holand od[er] Brüssel extra, er hat zwar
gesagt, daß er in diesem Fall mit Petern nicht zu genau, sond[er]n vielmehr groß-
müthig seyn wolle, er liesse es auch selben heimgestellet seyn, ob er überhaubt
ihm gar keine Reisekösten sondern das onorario vergrössern wolle, od[er] die
von der Recita absondern, und die so er auf Reisen der Impresa wegen verrichten
solle. Thu du was du am besten ¿ndest, das nöthigste ist aber Geld hieher zu
schicken, ohne daß du seiner Ehre was vergiebest. Du hast mich in diesen Brief
greülich geschreket, daß die [Bi]the in meinem lezt[en] nichts helfen wird, und
es thut mir so leyd, und er erbarmet mich daß ich meiner und meines [X] selbst
vergesse. Signor Jozzi fa i suoi Complimenti al Signor Pietro, e si ringrazia, e
lތofferisce che ogni qual volta il Signor Pietro con una lettera lތassicurerà, che
lތinverno prossimo avrà la parte \ove farà lތOpera/ di 1mo uomo, e li farà sapere i
prezzi <x> \a/ questi 3 luogi proporzionati, ciò è Brusseles, Aja, o Amburgo, che
sarà pronto di venire per assisterlo in bene dellތ impresa e di convenire raggione-
volmente. Sopra le spese di Viaggi i quali avrà da fare per questo ¿ne. Du kanst
alles am besten ausmachen, keine Cibarj aber will er nicht. Wenn alles bricht, so
mache dich in Hamburg fest, und mache des armen J[ozzi] sein bestes so gut
als du kanst. NB. Lui pretende questa assicurazione non per altro ¿ne, che poter
servirsi qui, per farlà vedere le raggioni della sua partenza dތInghilterra. Auf
ungewisses will er von hier nicht weggeh[en], er will wissen zuvor was er bekomt,
und einen sichere Recita. Er hat auch bey mir recht. Adieu mache alles fein
gut und gescheid, ich küsse dich zu 1000 mahl und bin dein bis in Tod getreüer
Pirker pp[.]
[Nachschrift S. 1 links oben:] Mache, daß der Peter nacher Holand gehet, und ant-
worte sobald es möglich.
[Nachschrift S. 1 links:] Die unten gesezte Preyse von J[ozzi] sind die lezte, und
es ist auch bil[lig] kanst du sie vielmehr vergrössern, so wäre [es X]t beßer,
aber unter vierhundert \ducaten/ gehet er nicht, sondern will lieber armut leiden.
[E]her w[X] [X]. [X]het se[X] [†][.]
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung, Tintenfraß und eingerissene Ränder, ein-
geschränkte Lesbarkeit wegen durchdrückender Schrift auf S. 1/2.
THEMENKOMMENTAR:
Franz war wahrscheinlich, wie zahlreiche seiner Kollegen, Mitglied in einer Frei-
maurerloge. Indizien in der Korrespondenz deuten darauf hin, unbekannt bleibt
aber, welcher Loge er angehörte. In dem Brief wird ferner der Plan einer Brüsseler
Opernunternehmung weiter erörtert und die Bedeutung einer hinreichenden Zahl
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
- Titel
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Untertitel
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Band
- 1 & 2
- Herausgeber
- Daniel Brandenburg
- Verlag
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 1048
- Kategorie
- Kunst und Kultur