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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 657 -
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657Edition der Briefe 5 10 15 20 25 30 Brief ௘ Nr. 167 Franz Pirker aus London an Marianne Pirker [in Stuttgart?], 17. Juni 1749 [ohne Adressierung] No 8. London den 17t[en] Juny A[nno] 1749. Herzallerliebste Marianna. Ich bin seit deinem lezten vom 29t[en] May \No 2./ von Ludwigsburg ohne Briefe von dir. Ich habe auf selbes nach diesen Puncten zu antworten vergessen, da du mir vorrückst, daß wir Uns wegen den 30 lb nicht bedanket. Du wirst es unter- dessen in unsern Brieffen schon gefunden haben, und ich hoffe, daß du nicht unzufried[en] seyn wirst, daß ich sie dem Jozzi vorgestrecket. Ich habe seine accuratesse, und Begierde zu zahlen gesehen, wie sehr er immer gejamert, daß er seinem Freünde in Frankreich nicht so, wie ers versproch[en], um selbe Zeit einhalten können, nicht zwar aus Forcht, weil selber ihm hier weder was in Weg legen können, noch solches jemahls gedacht, indem er ihm den höÀichsten Brief von der Welt zugschrieben. Über dieses ist es mir aus andern Ursachen lieb, daß es hat seyn können. Er hat Uns grosse VerpÀichtung dessentwegen: trage also keine Sorge, dieses Geld ist nicht verlohren sondern wohl angelegt. Wegen Händschuh[en] habe ich in meinem leztern geschrieben, denn ich habe gesehen, daß der Cammerdiener vom Wych glassirte Wasch Händschuhe /: die just so aussahen, wie deine so du beym Mann hier hast immer waschen lassen :/ nacher Hamb[urg] schickte, wobey er mir sagte, daß er einen Thaler beym Duzent gewinne. Sie kommen mir nicht so gar lang wie die vom theater, vor, allein ich denke, daß wenig abgehe, und im solchem Fall, wolte ich sie ein wenig länger anfrimen, auch \mehr/ weiß, denn sie sind etwas gelb. Von der Uhr geschiehet weiter keine Meldung mehr, und ich bleibe schon wieder ein Lügner beym Poy. Wych hat mit der Tedeschina hier brav angebracht. jezt ist es alles wied[er] aus, aber sie haben schon zum andertenmahl wieder Frieden gemacht. Ich hoffe, du wirst so gewissenhaft seyn, und die arme Kinder in ihrer Religion nicht irre machen, denn es ist ein unnöthiger Eiffer, wobey man nichts anders gewinnet, als, daß sie, wenn sie erwachßen, weder warm noch kalt werden, und noch eines noch das andere glauben. Du weist, daß ich hierin sehr mäßig, und selbst auf keine Alfanzereyen nichts halte, noch sie darzu anstrengen wollen, lassen wir also jedes glauben, was ihm seine Religion in wahren HauptPuncten lehret, und worinnen sie gebohren, und auferzog[en] worden, so glaube ich ganz gewis, daß wenn man Christlich lebet, daß man ganz wohl in allen Christlichen Religionen könne selig werden. Dieses glauben auch die meisten mässige Catolicken, und andre Christen.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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