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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Seite - 883 -
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883Edition der Briefe 35 40 45 50 55 ihm die Reise [S. 3] unserseits defrajret word[en], erstlich nach Liechtenberg ge- gangen seye. Wenn es gleich so zu sagen unterwegs, so hat er doch sehr am gehörigen respect manquirt, und so zu sagen lauft eine meprisante distinction mit unter. Bin curios wie er die Reisekösten, bis Stutgart, vieleicht wie das Schmier- und Trinkgeld zur See von Ancona bis Venedig einrichten werde? Vergesset ja nicht auf das manutimento, solches nur vermög Unkösten auf eine, in portio- nen aber auf 2 Personen zu accordiren. Diesen Augenblick komme ich von der Romaner Post, und damit ich die von Fiandra nicht versäume, schreibe nur kurz den Inhalt. Jomelli schreibt mir von Rom vom 7t[en] hui[us] daß er über 8 täge nemlich den 14t[en] von dort aufbrechen, über Bologna, Mantova, und Verona gehen werde, in welchen leztern er will daß ich mit ihm alldorten den 20t[en] hui[us] mich accompagniren soll. Er pr  tendirt, daß dieses der nechste Weg, über Venedig \aber/ um seye. Des Pasqualino Bruder schreibt vom 9t[en] hui[us] von Pesaro, daß er Nachricht von Rom habe, daß der Cardinal die permission mit grösten Eyffer betreibe, und daß er sich zu diesem Ende ein Attestatum Medicum von Pesaro habe kommen lassen, und daß die gröste Hofnung seye, daß er reussir[en], und beede Brüder kommen werden. Zugleich aber avisirt er mich, daß Pasqualino in Bologna eine grosse Krankheit ausgestanden habe, aber dermahlen zwar besser, aber sehr schwach seye, als denn kommt er erst nach Pesaro, dort mus er purgir[en], und hernach wird er sich auf die Reis begeben. Jomelli heisset \mich/ gehen, und Pasqualino wart[en]: Was ich soll ich thun? wie soll ich reisen? Gott gebe mir das beste ein, in der Geschwindigkeit der Zeit kan ich mich nicht resolvir[en], ich mus alles recht überlegen, übermorgen aber werde was positives schreiben, indessen erwarte ein anders von Jomelli auf mein lezteres. Adio Meine gewönliche Compliment an alle ich bin dein getreuer Pirker[.] VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung. THEMENKOMMENTAR: Diesen Brief schrieb Franz während seines Italienaufenthaltes im Jahr 1753, der u. a. der Anwerbung von Musikerpersonal diente. Zunächst reiste er, begleitet von Marianne, im Gefolge Herzog Carl Eugens von Württemberg und seiner Frau Elisabeth Friederike Sophie , auch wenn die Namen der Musiker nicht als Teil der Gesellschaft aufschienen. Er blieb dann aber noch länger in Venedig, wäh- rend seine Frau mit dem herzoglichen Paar zurückfuhr. Die Reise des Herzogs be- gann am 28. Februar 1753 und führte ihn über Venedig und Rom bis nach Neapel. Am 14. Juni des Jahres kam die Reisegesellschaft wieder in Stuttgart an. Die von Franz kommunizierten Informationen stammen aus seinem italieni- schen Umfeld, sind aber im Detail nicht alle korrekt. Die Bezeichnung „Pastoral“
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Band 1 & 2
Titel
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Untertitel
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Band
1 & 2
Herausgeber
Daniel Brandenburg
Verlag
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
1048
Kategorie
Kunst und Kultur
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