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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
Seite - 93 -
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Seite - 93 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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A n y o s. 93 Nun lehrte er nach Polen zurück, und da er denKrakauer Bischof Pe- trus Tomicius von einer schweren Krankheir befreyte, belohnte ihn seiner Jugend aus der Ausgabe des lateinischen Gedichts: Concilium animalium von Ioh. Dubraw, Krakau, 1521 und mit lateinischen Sinngedichten, die in der Sammlung: ^anno^ia« luctuz, c^uo srinci^um 6t in- 5^nium virorum mc)lt68 ^eplorantur, stehen. In seinem reiferen Alter schrieb er ein größeres lateinisches Lehrgedicht: cle luentia dona vale- w^inv in Hexametern, an seinen MäcenPetrusTomicius, Bischof von Krakau und Kanzler des Königs von Polen, Krakau 1535, und bald^ darauf eine Elegie auf den Tod dieses Bischofs, eb. 1525. Im I. 1526 liesi er zu Krakau eine Elegie auf den verstorbenen Eras- mus von Rotterdam drucken, der durch A. mit dem BischofTo m i- cius in Briefwechsel stand. — Die Mitschüler und gelehrten Freunde A.'s waren: der Ungar Georg Werner, der Schlesier Lang und der Rhatier Valent in Eck, sämmtlich Dichter. Auch der polnische Dichter Ianoci schätzte ihn sehr und schrieb auf ihn eine Elegie, die in seinen 1>i5Ubu3 vorkommt. Anyos, Ioh. Paul , ward im Dec. 1756 zu Esztergär bey Wesprim von adeligen Altern geboren; besuchte die Elementar- schulen zuRaab und Papa, trat 1772 in denPaulinerorden, und ging 1773 auf dieTyrnauerHochschule, wo er 1776, in seinem 20. Jahre, den Doctorhut der Philosophie erhielt. Hier war es auch, wo Bessenyei's und Baroczy's Schriften zuerst das in ihm schlummernde Feuer er- weckten, und sogleich übersetzte er, um sich im Technischen zu üben, Mehreres aus Ovid. Später erst gewann er V i rg i l , Horaz, inson- ders aber Lucan lieb, und theilte zu aufrichtiger Beurtheilung die Erstlinge seiner eigenen Muße Barcsay mit, den er in Tyrnau per- sönlich kennen lernte, und der, das schöne Talent des Jünglings sogleich erkennend, sein Meister und Freund wurde, und ihm Orczy's und der übrigen damahls lebenden Dichter Freundschaft verschaffte. Nach Übertra- gung der Universität nach Ofen 1777, hörte A. allda die Theologie, primicirte, und ward in das Kloster Felsö-Elefänt im Neutraer Comitat, gesandt. Hier zwischen hohen Bergen und dichten Wäldern, von der Welt und feinen Freunden getrennt, nur in der Gesellschaft sei- ner Ordensbrüder lebend, unter denen er keine verwandte Brust fand, sing er nur zu bald zu fühlen an, wie wenig seine Standeswahl seiner Individualität zusagte; dieses Bewußtseyn trübte seine Gemüthssiim- mung, und der herbe Schmerz, durch Philosophie gemildert, machte ihn zum elegischsten Dichter seiner Nation. Schon 1732 versetzte man ihn nach Stuh lweissenburg, wo er am Gymnasium lehrte, allein seine Gesundheit, durch physische Krankheit angegriffen, ward durch die dortige, von den damahls noch nicht ausgetrockneten Sümpfen verunrei- nigte Luft nun untergraben. Vergebens war jede ärztliche Hülfe, ein früher Tod ereilte ihn zu Wesprim den 5. Sept. 1784. A. war von der Natur für Geselligkeit und Lebensfreude geschaffen, äußerst gefühlvoll.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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