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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1
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Seite - 94 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Band 1

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94 A p a f i. gerade, wahr und treu, und liebte Ehre und Nuhm. Ein leiser Anstrich von Leichtsinn im Äußeren gab dem noch blühenden Jüngling einen eigenen Neiz. Schon bcy seinen Lebzeiten wurden mehrere seiner Gedichte ein- zeln gedruckt (1778 — 83). Nach seinem Tode gab zuerst I gn . von Nagy , Bischof zu Stuhlweissenburg/ seine geistlichen Oden her- aus, dann gelang es Batsäny i , mit bedeutender Mühe, den größe- ren Theil seiner Handschriften zu sammeln, und er gab sie zu Wien 1793, äußerst geschmackvoll ausgestattet, unterdem Titel heraus: ^1^05 I>ä1' munliäji; sie enthalten grösitentheilsEpisteln, Elegien und Lieder. A.'s Gedichte sind sanft und lieblich. Er war ein zarter magyarischer Dichter, Sentimentalität ist ein Hauptzug seines dichterischen Charakters; das Colorit ist so zu sagen ein kostliches Clair-obscur (Helldunkel); aberftme Syntax ist geschraubt und seine Sprache in dem transdanubianischen Dialect, der dem TheisierDtalect an Reinheit undCorrectheit weit nach- sieht. Doch kann er auch in der trefflichen Wahl der Wörter ein großer Meister genannt werden. Apafi von Apa Nagy Falu, I. und I I . , Michael, Für- sten von Siebenbürgen. — Als Ioh . Kemt^ny, Fürst von Siebenbür- gen, am 23. Jan. 1662 bey N a g y S z ö l l ö s Schlacht und Leben ver- loren, blieb 1) Michael A. I., am 16. Nov. 1661 wider seinen Willen auf Andrangen des VezirsAli , zu Maros Väsärh ely, von eini- gen ungarischen Edlen und den sächsischen Abgeordneten zum Fürsten Sie- benbürgens erwählt, im ruhigen Besitz dieser Würde. Er war aus einer der minder angesehenen Familien des Landes entsprossen, hatte früher den Fürsten Georg I I . Rägoczy auf seinem verunglückten polnischen Hee- reszuge begleitet, war lange in tartarischer Gefangenschaft gewesen, und lebte zur Zeit seiner Erwählung ruhig im Achooße seiner Familie auf sei- nem Erbgute Apafa (dem heutigen Elisabeth st ad t). Nach Ketne- n y's Tode vernichtete er alle von diesem erlassenen Verfügungen, und ließ auf einer Ständeversammlung vom 10. März 1662 alle demHauseOster- reich ergebenen Siebenbürger in dieA'cht erklären. Aber vergebens suchte er in diesem und dem folgenden Jahre durch Unterhandlungen und durch die Gewalt der Waffen, vereint mit einem türkischen Hülfsheer unter Kucsuck A l i , die deutschen Besatzungen aus den festen Plätzen des Landes zu verdrängen. Das türkische Hülfsheer ward vielmehr durch Er- pressungen aller Art eine neue Geisiel für das ohnehin ausgesogene Land, bis er endlich dem Hauptheere des Oroßvezirs K iup r i l i folgen mußte, mit dem derselbe, in der stolzen Zuversicht, Osterreich zu vernichten/ nach Ungarn zog. Auch A., als Schützling der Pforte, erhielt Befehl, dem türkischen Heere zu folgen, und mußte ihn endlich, nach mancherley Ausflüchten, doch befolgen; erhielt aber bald, unter demVorwande, die deutschen Besatzungen aus seinem Lande zu vertreiben, Erlaubniß zur Rückkehr. Wirklich waren bis zum 16. Febr. 1664 alle festen Plätze wieder in seiner Macht, und ihm von den deutschen Besatzungen, die von ihrem Vaterlande abgeschnitten, ohne Geld und Hülfe waren, übergeben. st) und durch lacht bey
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Band 1
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe A-D
Band
1
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
788
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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