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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 380 -
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380 G I a y. Fabri vollends ausbildete und während dieser Zeit in der umliegende,»' Gegend häufig als Kanzelredner auftrat. Bereits hatte er sich durch ge- wählte Leccü« und Übung zum Volks- und Lehrschriftsteller vorgebildet, und den sehnlichen Wunsch nährend, einst in seinem Vaterlande ein ähnliches Institut zu gründen, wie das Salz ma nn'sche in Schne- pfenchal, sich mit diesem berühmten Pädagogen i,l Correspoudeuz ge- setzt. Nach beendigten Vorstudien bezog G. die Universität Jena zu Anfang 1796 und lebie mir ganzer Seele den wizsenschiftlicheli For- schungen, bis er 179? von Salz mann den Antrag erhielt, eine E^zie- herstelle zu Schnepfenthal zu übernehmen. Er nahm ihn mit dein Vorsatze an, sich daselbst nur ein halbes Jahr zu verweilen und dann noch ein Jahr auf der Hochschule zu Gött ingen zuzubringen, ailm» auf Salzmann's freundschaftliches Dringen blieb er bis 1893 u>ner den annehmbarsten Bedingungen, und von Jedermann hochgeachtet, zuSchnepfenthal und machte auch auf seinenReisen durch meyrere Ge- genden Deutschlands die persönliche Bekanntschaft der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit. Als er zu Ende 1803 einen Ruf nach W i e n zum ober- sten Lehrer der dasigen protestanilschen Schulanstalt erhielt, vermochten ihn Vaterlandsliebe, und das Verlangen, seine Ältern wiederzusehen, den- selben gegen einen zweyten, der ihn unter sehr vorlheilhaften Bedingungen als Prediger nach preuß. Schlesien berief, anzunehmen und nachdem er seine Vaterstadt und seine Angehörigen besucht hatte, begab er sich im May 1804 auf seinen Posten nach Wien, nahm aber seiner vorherr- schenden Neigung zum Predigerstande folgend, die im nächsten Jahre erledigte drille Predigerstelle bey der evangelischenGemeindeA.C. daselbst an, wurde schon nach einigen Monathen von derselben zum zweyten Prediger gewählt und turzeZeitdarauf voinKaiserFranz zum geistlichen Rathe bey dem landesfürstlichen Consistorium A. C. ernannt. Nachdem er nun in diesem ehrenden und ausgedehnten Wirtungskreise durch 11 Jahre ai.f das thätigste zu dein Wohl des protestantischen Kirchen- und Schul- wesens beygetragen hatie, außercen^ie Beschwerden, die mit seiner Anstel- lung als Prediger verbunden waren, nachcyeiligen Einfluß auf seine Gesundheicsumstände, er sagce sich daher 1816 von den Pastoralgeschäf- ten ganz los und wollte auch die Sielle im Consistorium niederlegen. Der Wunsch seine Sohne in Ungarn erziehen zu lassen, bewog G. 1824 seine Familie nach Preßburg zu üdersieoeln, und er lebte von dieser Zeil an abwechselnd bald daselbst, bald in Wien, je nachdem seine Amts- pflicht und seine zunehmende Kränklichkeit es erforderten. S^ine Berufs« geschätte als Consistorialrach hatten sich seil dem im April 182? erfolgte« Tode deswurdigenSuperincendencen undEonsistorialrachsI oh.Wachter bedeucend vermehrt, doch besorgie er sie mit strenger Pünctlichkeit und unürmüoetem Eiser, man darf behaupten mit Hintansetzung seiner Ge- sundheil, bis an sein Lebensende. Er starb ain 25. Sept. 183l im 55. Jahre seines Allers.— G.war als Schriflsteller den Grundsätzen einer reine» Sitten- und Religionslehre »iil Begeisterung ohne Parthe>)suchc gefolgt und hatte dadurch das Glück erlangt, eine sehr wohlwollende Aufnahme und ein zahlreiches Pudlicuni unter allen Ständen und Religionsparcheyen zu sinden. Hie meisten seiner Schriften haben wiederholt neue Orii
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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