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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 436 -
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G u a d ä n y i . k. k. Akademie in Wien ernannt, welche Stelle er noch gegenwärtig auf das verdienstvollste bekleidet. Die erwähnenswerthesten seiner Wer- ke sind : Das Altarblatt St . Mar t i n vorstellend, in der Kirche zu Aspern an der Donau; die lebensgroßen Bildnisse des Erzherzogs Ru- dolph, Cardinals zuOlmütz, des Grafen vonAlmasy u. a. In Land- schaften hatte O. ebenfalls viel Geschmack und die Erzherzoge Carl und Ludwig besitzen manches Gelungene in diesem Fache von ihm , auch versteht er die Radiernadel besonders gut zu führen, obschon nicht mehr als 2 Blätter, nach Cigna n i , von seiner Hand vorhanden sind; endlich ist er auch ein eifriger Sammler von werthvollen Gemälden und Kupferstichen. Im Ganzen sind G.'s Compositionen edel, seine Zeich- nung richtig und die Ausführung so gewissenhaft, daß er Andern immer leichter genügte, als sich selbst und daher manche Gegenstände mehrmahls abänderte, hingegen vermißt man die Architektur bey ihm ganz und sei- ne Farbengebung erscheint etwas matt. Guadanyi, I o s , Graf, Enkel des Marquis Alex. diGua- dagni, der als kaiserl. General unter LeopoldI. in den Grafenstand erhoben wurde. O. wurde den 16. Oct. 1725 zu Rudabänya im Bor- soder Comitat geboren, genoß den ersten Schulunterricht zu Er lau, wo er sich vor Allen in der Poesie auszeichnete; hörte an der Tyrnauer Universität Philosophie, 1744 trat er als Fahnenjunker ins Infanterie- Regiment Szirmap, und machte mit diesem 2 Schlachten wider die Preu- ßen in Schlesien, 5 wider die Franzosen und Spanier in Böhmen und Italien mit; und ward 1747, als l.ie ungarischen Truppen über den Var, in die Provence einfielen, von den Franzosen gefangen, nach To ulo n gebracht, nach einem Monath aber schon ausgelöst. Als nach- her die Armee sich zurückziehen mußte, empsing G. bey Gelegenheit der Einnahme der Varbrücke, am Fuß eine Schußwunde, ward nach Sa- vona gebracht, von wo er, wieder hergestellt, nach 13 Wochen ins Lager bey Genua zog und zum Hauptmann befördert wurde. 1752 trat er als Escadrons-Rittmeister zur Cavallerie über. Nachdem er den siebenjährigen Krieg mitgemacht, und sich ois 1773 schon zum General emporgeschwungen hatte, trat er 10 Jahre darauf als General der Ca- vallerie in Ruhestand, und lebte von nun an in seinem Sanssouci zu Skalitz in Ungarn nur sich und den Wissenschaften. Seine poe- tischen und historischen Werke, sämmtlich in diesem Zeitraume geschrie- ben , belaufen sich über 20 Bände, deßhalb werden außer seiner Weltgeschichte (Preßburg 1796 — 1813 , 9 Bände), nur die be- deutenden poetischen Schriften, unter welchen ihm zuerst ein äußerst großes Publicum und ausgebreiteten Ruf sei» I^iezlcei nntäi-iu» er- warb, angeführt: Faluzi notäi-iusLudai uiaxaz», Preßb. 1790,2. Ausg. eb. 1822. — I'alusi notäriuz' pokullia inenetele, Basel 1792.— Falusi nolärius' elnielkedezei, tietegsege es Iialäla, eb. 1796, 2. Aufl. 1822. Gleichen oder noch größern Beyfall fand: Konto ?al e5 (^r. Lenxovsliy Hlorix törteneteik, Preßb. 1793, 2. Aufl. 1816. Außerordentliche Sensation aber machte seine satyrische Beschreibung des Ofner Reichstages von 1790. (^' lnuzini» lnlvs,' <»i-ziä?'xvull'^uel
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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