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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 513 -
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Seite - 513 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2

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H a r t e n k e i t . 5l3 ernennen wollte. 1784 erhielt er daselbst den Doctorgrad. Im Früh- ling des nächsten Jahres trat er seine Reise nach Paris an, woselbst er mit dem entschiedensten Erfolg für seine Ausbildung alle Heilinstitute und die Vorträge der Professoren feines Faches durch etwas über 1 Jahr besuchte. Plötzlich ward er nach Spaa berufen, wo sein Gönner, der Erzbischof, die Bäder gebrauchte, aber während dieser Zeit bedeutend erkrankte. H. befolgte eilends den erhalteneu Auftrag, so ungern er auch seine medicinischen Studien verließ, und behandelte den ehrwür- digen Oberhirten mit solchem Geschick, daß dieser die ihm ausgeworfe- ne Unterstützungssumme bedeutend erhöhte. — Nun kehrte H. nach Pa- ris zurück, welches er aber schon im October wieder verließ, da er in Lon» d on zu überwintern gedachte. Durch Empfehlungsbriefe Lord Cam eel- ford's, des Freundes des Erzbischofs, und des kaiserl. Gesandten, Gra- fen Rewiczky, ward es H. nicht schweI, die Bekanntschaft der vorzüg- lichsten Männer seines Faches in England zu machen. — Im Iuny des folgenden Jahres verfügte sich H. nach Salzburg, und trat sogleich den Posten des erzbischöflichen Leibchirurgs an, mit welchem der Hof- rathstitel, und eine Besoldung von 1000 st. verbünde» war. Salz- burg zeichnete sich damahls durch einen blühenden literarischen Verkehr und Liberalität der Ansichten aus, deren Fortbestand durch eine nahmhafte Zahl schätzbarer Gelehrten gehegt wurde. Aufgefordert von mehreren Sei- ten, entwarf H. den Plan einer medicinisch-chirurgischen Zeitschrift, deren große Nützlichkeit ihm so lebhaft einleuchtete, daß er ungesäumt zur Ausführung zu schreiten beschloß. — Seit 1790 erschien nuu das treffliche Werk, dessen Redaction H. und Metzler durch 4 Jahr? ge- meinschaftlich besorgten. Von 1794 an aber trennte sich diese Verbindung und H. blieb ununterbrochen der alleinige Herausgeber. — Daß er als solcher durch volle 18 Jahre das Vertrauen des Publicums rechtfertigte, bewies die steigende Theilnahme desselben, uud der vermehrte Absatz; fest, parteylos, unbestechlich sprach sich dieses Journal jederzeit über die Zeichen der Zeit aus, über die wechselnden Systeme, über die Gründe ihrer Verfechter. 1800 besorgte er die Aufsicht der Feldspitaler, dene» selbst die Feinde Gerechtigkeit widerfahren ließen, indem sie dieselben als die wohlgeordnetsten rühmten, welche sie jemahls gesehen hättcn. —Als durch den Frieden von L ü n e v i l l e Salzburg an den Erzherzog F er° dinand kam, organisirte dieser 1804 nach H.'s Idee einen Medicinal- rath, und ernannte ihn zum Director desselben, und zum Vorstand des medicinisch-chirurgischen Studiums an der dortigen Universität. — Nach dem Frieden von P r e ß b u r g gelangte Salzburg an Osterreich, von welchem H. schon früher auf das ehrendste gewürdigt worden war; denn Kaiser Franz hatte ihm schon 1793 die große goldene Medaille und den Nathstitel verliehen, und 2 Jahre darauf ein Geschenk mit einem pracht- vollen Chiffrering in Brillanten gemacht, und ihn durch ein huldvolles Handschreiben zur Fortsetzung seines gemeinnützigen Blattes ermuntert; auch nun bewies ihm der Kaiser dieselbe Huld, und da Verhältnisse eine Umstaltung des Systems forderten, ward H. zum Protomedicus und zum wirkl. k. k. Regier ngsrath ernannt. Er starb den 25. May 1808. Qesterr. Not. Vnc,,ll. Vd. l>. 33
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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