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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 546 -
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546 H e l m. d orf im Marchfelde. Nach zurückgelegtem Schulcursedaselbst würde l seiner wohlklingenden Stimme wegen, als Sangerknabe zu Ni ko lsch,u rg in Mahre» angenommen,, wo ei auch die Humanioren studirte. Nach vollendetem philosophische» Curse 17ö6 trat er in das Benedictinerstift Melk, legte den 2i . Nov. 1767 die Ordensgellibde ab und wurde den 29. Ocr. 1772 zum Priester geweiht. Seine vielseitige wissenschaftliche Ausbildung, tie er, sich schon frühzeitig durch eifriges Selbststudium er- worben hatte, verschaffte ihm bald die Stelle eines Director? der Nor- malschule zu Melk, welche daselbst, lange rorher, ehe diese Schulen gesetzlich eingeführt waren, errichtet wurde, zugleich wurdeH. auch zum Visitator der umliegenden Schulen bestimmt. In dieser Stellung wirkte er sehr viel Gutes und Nützliches. Er bereiste und visitirte die umliegen- den neuenichteten Schulen mit großem Eifer, besprach sich mit den neu angestellten Schullehrern, prüfte sie und theilte ihnen seine Mei- nungen und Ansichten über die zu beobachtende Unterrichtsmethode be- lehrend mit. Nachdem er auch durch mehrere Jahre Musik-Director im Stifte, dann Hmnamtutslehrer am Gymnasium desselben gewesen war und beyde Ämter mit vieler Auszeichnung verwaltet hatte, berief ihn Kaiser Joseph, durch dessen AnordNANg das Gymnasium von Melk nach St . Pölten verlegt worden war, als ersten Präfecten dahin. Hier sammelte sich H. neue und große Verdienste, er sorgte auf. das eifrigste, die studirenden, Jünglinge durch Lehre und Beyspiel zur Rechtlichkeit und Sittlichkeit zu bilden, und munterte sie durch Ermahnung und freund- liche Mittheilung zur Beharrlichkeit in ihren Studien auf, seine klei- ne Bibliothek stand ihnen bereitwillig zu Diensten. Nach vierjähriger rühmlicher Amtslcistung wurde er wieder in sein Stift zurückr-erufe», und ihm das Amt eines Priors, so wie die Ökonomie- Leitung des Enf» tes übertragen. Hier erwarb er sich ebenfalls um Ackerbau, Garten-, besonders aber Waldcultur große Verdiensie, indem er letztere in sehr kurzer Zeit theoretisch und practisch so gründlich studirte, d.afi er bald die wesentlichsten und zweckmäßigste!' Verbesserungen derselben zu Stan- de brachte. 1799 erlangte H. die Würde eines Hofmeisters des Melker- Hofes in Wien; das Clima dieser Stadt war ihm jedoch nicht zuträg- lich, er begann zu kränkeln, ein hartnackiger Husten drohte selbst sei- nem Leben Gefahr, die Ärzte riethen als das einzige Mittel den Genuß der Landluft, und der damahlige Abt, Is id or übertrug ihm deßhalb die Administration der Stiftiherrschaft Leesdorf bey Baden. Hier war «s eigentlich, wo sich H.'s segenreiches Wirken noch mehr zeigte. Die durch längere Zeit in jeder Hinsicht vernachlässigte Herrschaft schuf er durch Fleiß, Kenntniß und kluge Benützung der Localitat iu sehr kurzer Zeit zu einer der fruchtbringendsten und gesegnetsten. Öden wurden ur- bar gemacht, die Felder und Wiesen verbessert, die Schloßgärten erwei- tert, große Baumschulen angelegt, und Alles aufgebothen, um die Cultur in jeder Hinsicht zur höchsten Vollkommenheit zu bringen. H> correspondnte mit den berühmteste» Ökonomen und Pomologen des In- und Auslandes, studirte ihre Schriften mit »„ermüdetem Fleiße, prüfte Alles und wendete das Brauchbare practisch an. Auch ließ er, keine Kosten scheuend, sich Samen, Früchte, Knollen, Bäume und Zweige
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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