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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 560 -
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5W Herbert v. Ratkeal, Freyh. pet. Phil . Klezl, Fleischhackel, Brünebarbe, Hammer, Ottenfels«. morgenländisch gekleidet, und bemühten sich, seinem nachabmenswerchen Beyspiele zu folgen. — H. war der letzte Minister, der als außerordentlicher Gesandte den Tain, d. i. die Taggelder erhielt, welche die Pforte sonst außer- ordentlichen Gesandten verabreichen ließ. Der Verzicht, den der nachdem Frieden nach Constantinopel gesandte russ. Großbothschafter hierauf gethan hatte, Und die späteren Forderungen eines holländischen Ambassa- deurs bestimmten die Pforte, die ganze Begünstigung fürs Künftige auf- zuheben. Fast zur selben Zeit verminderte sie auch den Werth der Be- rate oder Freyheitsbriefe, von denen immer eine gewisse Anzahl den an der Pforte residirenden Ministern zum Verkaufe heimgestellt ward. Durch den Inhalt derselben wurden dem türkischen Unterthan, das ist, dem Käufer, auf dessen Nahmen er lautete, die Begünstigungen und Freyheiten eines Dolmetsches fränkischer Nation eingeräumt. — Die zweyte Hälfte des Ministeriums H.'s an der Pforte, nähmlich seitdem Szi« stower Frieden bis zu seinem Tode, war eben so unruhig, als die erste, nähmlich von seinem Gesandtschaftsantritt bis zum Ausbruch des Krie- ges in heiterer, stiller und begünstigter Thätigkeit verflossen war. Die nach dem Szistower Frieden noch 3 Jahre lang nicht zu Stand gekommene Granzberichtigung an der Unna, die Stürme der französischen Revolu- tion, die über ganz Europa dahin fuhren, und (seit 1798)auch das os« manische Reich zu erschüttern drohten, die letzte Theilung Polens, der Krieg, der in den Niederlanden, Deutschland und Italien aufloderte, die Bearbeitungen der polnischen Mißvergnügten, gaben Stoffes genug zur rastlosesten Wirksamkeit. Seine Bemühungen wurden aber auch mit Erfolg gekrönt. Er war die Seele der Minister der coalisirten Mächte zu Constantinopel, und der wichtigste Gegner der französischen Parthey, welche, wiewohl vonDeseorches undMouradgea o'Ohs- so n angeführt, sich in fruchtlosen Bemühungen, die Pforte in den Krieg zu verwickeln, erschöpfte. Lange hatte es ihm sogar gelungen den Grafen von Choiseul in jener ersten Epoche der Revolution, als Minister der französ. Prinzen, und hernach den Secretär desselben, Chal- grain, als Geschäfsträger derselben, von der Pforte anerkennen zu ma- chen. — Eine der schwierigsten und verdrießlichsten Unterhandlungen der letzten Lebensjahre H.'s war die Entschädigung wegen der Barbaresken und die Anwendung des Handlungs- und Barbaresken-Seneds auf die durch den Friedensschluß von Campo-Formio neu erworbenen vene- tianischen Staaten. Nach einer dreyjährigen Unterhandlung gelang es endlich H., ein Pauschquantum als Entschädigung des zugefügten Scha- dens zu erhalten, zugleich aber den weit größern Vortheil zu erwirken, daß die Pforte ins Künftige die Sicherstellung aller kaiserl. Schiffe ohne Ausnahme vor den Räubereyen der Barbareslen über sich nahm, und diesen die gehörigen Befehle zufertigte. Graf Cobenzl, der Vice« Hof- und Ttaatskanzler, benutzte den Erfolg dieses Geschäftes als einen günstigen Augenblick, um fur seinen alten Freund ein längst verdientes Merkmahl kaiserl. Huld und Gnade zu erhalten. Er ward zum wirkl. geh. Rath ernannt, mit Nachsicht aller Taxen. — H. überlebte die Freude über die ehrenvolle Anerkennung seiner Verdienste nicht lange. Er
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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