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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 564 -
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H e r r g o l :. mit seinen Zöglmgcn 2 Jahre zu Paris zubrachte. Walnscheinlich es Neigung für die Studien, wa^ ihn vermochte, zu St . Blasien auf dem Schwarzwalde im 20. Altersjahre in den Benedicciner-Or- den zu treccn. Dadurch erhielt er die Mittel zu seiner weitem litera» rischen Ausbildung; seine Obern sandten ihn in das deutsche Collegium bey St. Apol l iuaris zu Rom, wo er auch nach 3 Jahren die Prie- sterweihe erhielt. Nach seiner Rückkehr ertheilte er Unterricht in derKlo- sterschule, echiell bald die Bibliothekarstelle, und benutzte dieselbe zu sorgfältiger Erforschung des reichen Schafes von Uvkunden und andern Handschriften, welche diese Bibliothek damahls noch enthielt. H. er- hielt später hiezu noch freyere Wirksamkeit. Dabey wird seine Gefällig- keit und sein eiserner Fleiß gerühmt. In dieser Zeit machte er noch eine Reise nach Frankreich, und gab zu Paris sein erstes Werk heraus: ,a«!ica, 5eu culleclio auctui-uin ordinik 8. Le> ^aNein inedituruin, <^ui de inonasüca 6>5> t. Paris 1726. Die vorderösterreichischen Stande erkannten seine Verdienste, indem sie ihn zu ihrem Abgeordneten nach Wien erwählten, wodurch er neue Gelegenheit fand> seine histo- rischen Studie» fortzusetzen. Hier gedieh sein Plan, di? bis dahin so sehr verfälschte und im Dunkel liegende Geschichte des Hauses Hab sburg aus Urkunden gründlich zu bearbeiten, zur Reife, und er erhielt von Car l VI . und dann von Mar ia Theresia alle mögliche Untecstü« tzung. Der Kaiser ertheilte ihm (!736) den Titel eines t. t. Rathes und Historiographen; die Archive wurden ihm geöffnet. Und durch Beauf- tragte auch in der Schweiz mit großer Sorgfalt genaue Abschriften der Urkunden verfertigt. Mit diesen Hülfsmitteln ausgerüstet, arbeiteie er fein gloßes Werk aus, das zwar hier und dort eine gewisse Befangen- heit zu Gunsten des Hauses Habsburg verräth, aber durch H.'s eigene gelehrte Untersuchungen, theils durch einen reichen Schatz von Urkunden und andern Alterthümern viele dunkle und verwirrt Puncte der Habsburg'schen Geschichte trefflich aufgehellt hat. Der Titel ist: pluinaücÄ augusla« ßenns tiat>»c»urg I^lil l>t l>wc!ia Nlarquardi Neilgntt. 2 Thle. Wien, 1737. Der erste Theil enthält die geographischen und historisch - genealogischen Untersuchungen, der zweyte, oder der lüodex provationum enthalt i)54 Urkunden voin I. 744 an bis 1471 mit vielen Kupfem. 12 Iah- re nachher erschien der 1. Theil des Werkes: IVlunuineina ^,u^, I)oniu5 in quin^ue I'oluos <!ivisa. IVimuz priniuz sißilla vu- e«. in^i^nia curn amiczua tuin recenliora varii Feneriz coni- -<unt Marcnianes, Duceg, ^.lclliduces^ue in Diplamatuln »ustriaoosurn. Opera ut plÄl-oi ^.'i-^at». Wien, 1750. Die Siegel und In- signien der Babenberger von Ernst I. an, im I I . Jahrhundert, und hierauf der Hamburger, werden in diesem Bande mit großem Fleiße und Gelehrsamkeit untersucht, und durch sorgfältig ausgeführte Ku- pfer anschaulich gemacht. Bey den folgenden Theilen hatte H. einen trefflichen Mitarbeiter an dem gelehrten Benedictiner zu Blasien, Rus tenus Heer (s. d). Den 2. Theil (in 2 Bänden) bildet:
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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