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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 592 -
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592 H ö ck. Kaiser Joseph I I . l785 an die Stelle des verstorbenen Propste« N e« krep zum Director der Akademie, und als solcher lehrte er, bis zum Augenblicke seines Austritts aus dem In,licuce, nebst den orientalischen Sprachen und der vaterländischen Geschichte, noch jene der Araber, Per» ser, Osmanen, Turtomanen und Tartaren. Der Ruf seiner besonderen Geschicklichkeit und rastlosen Thätigkeit in der Erziehung und Ausbildung der Zöglinge, seine vielfache Gelehrsamkeit, seine gründliche Kenntniß der Morgenland. Sprachen und Literatur, hatten den großen Monarchen Joseph I I . veranlaßt in eigener Person in die Akademie zu kommen, und durch eigene Beobachtung von seinen Verdiensten überzeugt, halte er ihm in besagtem Jahre 1785 die Directio» dn selben anvertraut. El bildete recht eigentlich seine Zöglinge, indem er selbe,, wie erwähnt, in Mehreren Wissenschaften und größtentheils auch in den orientalischen Spra- chen selbst unterrichtete. Redende Beweise seiner Bemühungen sind die von ihm gedilderm Männer, welche nicht nur dem Staate mit Auszeich- nung dienten und noch dienen, sondern auch der gelehrten Welt rühm- lichst bekannt sind. — Nebst dieser mühevollen Direction und dem viel- fachen Unterrichte half er noch dadurch an dem Ruhme der Akademie ar- beiten, daß er einer der vorzüglichsten Theilnehmer an der Herausgabe des neu aufgelegten Meninsky'schen Wörterbuches war, dasselbe mit gelehrten Zusätzen reichlich ausstattete und überdieß das beschwerliche Ge-> schäft der' Cörrecmr übernahm. >H. war nicht nur der würdigste Direc» tot und glückliche Erzieher, sondern auch, im strengsten Sinne des, Wortes-,' der' sorgfältigste Vater feiner Elevin ^er^war -den ganzen Tag ununterbrochen unter seinen Kindern; ihre kleinsten Bedürfnisse küm- merten fem Vaierherz so> wie d« großen. Seine väterliche Erziehung^ art ruhte überdieß auf den unwandelbaren Grundsätzen der Religion und Philosophie und verband immer SittlichkeitmirAufklarung. ImNoo. 130! ward er zum Rector Magnisicus der Wiener Universität «rwählt- ILU4 feyerte die'Akade.mie uncer ihm das 50. Jahr ihrer Stiftung durch die KaiserinnMaria Theresia, bey welcher Gelegenheit der damahls alte' steSciftlingBartholomäus von Stürmer, gegenwärtig österr. Mi< nister an der Pforie, im Studiensale des Instituts, vor einer zahlreichen und gewählten Versammlung eine passende Rede —Während seiner langen und ersprießlichen Direction sammelte H. für die Akademie einen Schatz von nahe an 2l),00(1 orientalischen Geschäftsbriefen und andern Schriften i des verschiedensten Inhaltes ^ur Übung und Bildung des Sty'ls derZö'g« ^ linge. Diese führten 18N7 und 1808 als Beweis ihrer Verwendung und ihrer Fortschritte nahmentlich in der türkischen Sprache, so wie be» reits ein halbes Iahrbundert früher geschehen war, in besagter Sprache Schauspiele auf, welchen mehrere Mitglieder des Kaiserhofes beywohnten. 182? feyene dieß Institut deu fünfzigsten Jahrestag von H.'s segensreichem Eintritt« in dasselbe, ein wahres Familienfest, das alle seine anwesenden, zum Theil in hohen Würden stehenden ehemahligen Zöglinge um ihn, wie um ihren Vater versammelte. Bey diesem Anlaffe erhielt er das Ritter- kreuz des Leopold-Ordens. Bereits früher hatte Kaiser Franz I. seine mannigfachen Verdienste durch die Ertheilung derWürde eines inplinen Pröpsten zu Käcz belohnt; später erhielt er die erledigte Propstey zu
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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