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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 389 -
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L e i n e n st o f f e. 389 Oberschlesien und Mähren in einer Kette fort, und dringt noch tiefer ins Land ein. In manchen Dörfern ist fast jeder Hauswirth zugleich Lein- weber. Am stärksten wird die Weberey um Rumburg , dessen treff- liche Leinwänden allenthalben beliebt sind, dann um Schlucken au , Arnau, Trautenau, Hohenelbe, Starkenbach, im Kö- niggrätzer Kreise :c. betrieben, derHauptsitz der feinsten Leinwand- und Battistweberey ist das Dorf Branna im Riesengebirge, die feinen, daselbst und auf der gräfl. Harrach'schenHerrschaft Starkenb ach er- zeugten Leinwanden und Battiste stehen den holländischen und franzö- sischen Fabrikaten wenig nach. Die Kunstweberey, ,5. B. feine Damaste und Tafelzeuge, hat ihren Sitz zu Warnsdorf auf der Herrschaft Rumburg. Vor einigenIahren schätzte man den Werth der in Böhmen jähr- lich erzeugten Leinwänden auf beynahe 3^ Millionen Gulden, und seit dem ist sie gewiß noch höher gestiegen. — Mähren und Schlesien haben viele und ausgezeichnete Webereyen, die besonders schöne soge- nannte weißgarnene Leinwanden liefern. Die Hauptörter der dortigen Fabrikation sind: Sternberg, Zw i t tau , Hof , Zuckmantel , Freudenthal, Würben tha l , Biel i tz und das Gebirge des Teschner Kreises; in Ianowi tz besteht eine große, dem Grafen H a r- rach zugehörige, Leinwandfabrik. Die gesa.nmte Leinwanderzeugung in Mahren und Schlesien wird auf 9 Millionen Ellen jährlich geschätzt. — Im Lande Österreich unter der Enns wird nur im Kreise ober dem Mannhartsberge oder im sogenannten Waldviertel die Lein- weberey in ausgedehnterem Maße betrieben, besonders um Z wettet , Schweigers, Rosen au und Gerungs , wo die sogenannten Waldleinwanden erzeugt werden, welche der Landmann gewöhnlich aus eigenem Garne weben laßt, und die keine Appretur erhalten. — Im Lande ob der Enns hat das Mühlviertel die meisten Leinweber, und zwar um die böhmische Gränze zuH a s lach, Neufeld, Kloster- Schlägel, A igen, Putzleinsdorf , P regar ten , Weißen- bach :c., übrigens werden hier fast ausschließend nur ordinäre Kauf- und Hausleinwandelt und Tischzeuge verfertigt, im Salzburgischen werden zwar nur wenige, aber mitunter schöne und gute Leinwänden gewebt. Seit Aufbebung der in Osterreich ob der Enns vormahls bestan- denen strengen Beschau der Qualität scheint die daselbst verfertigte Lein- wand an Güte abgenommen zu haben. — In Kärnthen werden nur in der Gegend von Rosegg Zwilliche, Leinwanden der gemeinen Art, und mitunter auch Segeltücher gewebt. — Kra in hat im Gebirge, zu- ma ber chl in der Gegend von Bischofslaak und Kra inburg viele We- ..r, welche grobe Segeltücher, einige Mittelarten von Leinwand.. Fatschen und Tischzeuge verfertigen. — Im Küstenlande beschränkt man sich ebenfalls auf gröbere Sorten, in Triest werden treffliche Se- geltücher aus italienischem Hanf verfertigt. Bedeutend sind die Webe- reyen im Görzer Kreise, in Görz allein sind 151 Webestühle, welche jährlich gegen 75,l>l)l) Wiener Ellen gestreifte, quadrillirte und unge- färbte grobe Leinwänden liefern. — In Tyro l werden die besten Lein- wanden im Pusterthale, im Otzthale, zu Innsbruck und Bo- tzen gewebt. Es gibt hier auch wandernde Leinweber, die von einer
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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