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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 438 -
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Seite - 438 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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Liechtenstein, deo reg. Fürsten Joh., Bibliothek. warf sich mehrmahls mit wenigen Zügen Cürassiere, einmahl im heftig- sten Platzregen ohne Hut, auf dem ersten besten fremden Rosse, mit einem fremden Säbel, mitten in den Feind. — Sein heldemnüthiges Benehmen in der'Schlacht bey Aspern ist allbekannt, folgende Stelle des Armeebefehls des Erzherzogs Car l liefert dafür den schönsten Be- weis: „Der General der Cavallerie, Fürst Ioha nn Liech tenstein, hat seinen Nahmen verewigt. Dieses Gefühl und meine warme Anhäng- lichkeit an seine Person verbürgt ihm die Danlbarkeit unsers Monarchen. Ich kann ihn nur mit dem öffentlichen Ausdruck meiner Achtung lohnen." — Die erwartungsvolle Nacht vom 21. auf den 22. May brachte der Fürst einen Pistolenschuß weit von den feindlichen Posten auf der bloßen Erde zu, auch in seinem gemeinen Reitermantel erkennbar. Ein Stückchen Zucker und ein Trunk schlechten Wassers aus einem ledernen Becher von dem braven Cüraffier-Obersten Rousseles dargereicht, war seine ein- zige Labung nach dem übermenschlichen Kampfe. — Am-5. und 6. Iuly beyWagram,gab der Erzherzog Carl L.'s Reiterey das Zeugniß, unter einem Hagel von Kugeln, so. kaltblütig und fest, wie auf dem Exercir- platze manövrirt zu haben. Eine Kanonenkugel riß am 5. Iuly Nach- mittags, des Fürsten im vollen Galopp aushöhlendes Pferd, der Länge nach zusammen, und indeß er gräßlich hingestreckt unter dem todten Pferde lag, feuerte der nahe Feind heftig mit Kartätschen nach ihm, ohne Schaden. Bald saß er mit seiner ungeheuren Beweglichkeit wieder auf dem nächsten Dragonerpferd, und kam oft noch vor seinem Adjutan- ten an den Orr seiner Aufträge. Nur am 6. Iuly Mittags, brachte die volle Decharge einer ganzen feindlichen Masse auf 150 Schritte, ihm die einzige Contusion bey, und verwundete sein Roß. — Er erhielt den Oberbefehl des Heeres, als der Erzherzog Carl denselben niederlegte und darauf den Marschallstab.'— Noch unterzeichnete er auch den Wie- ner Frieden, und both für die von schweren Zahlungen abhängige frü- here Räumung Wien's den dortigen Wechselhäusern seine gesammten Güter zum Unterpfande. Seit dieser Zeit, wo er seine Heldenbahn be- schlossenhatte, lebte der Fürst nur sich und seinen zahlreichen Familien- gliedern, sorgte unermüdet für den Wohlstand seiner Unterthanen, und widmete sich in den' Tagen des Friedens seiner Liebe zur Wissenschaft und Kunst. Er hatte sich 1792 mit Iosephine Soph ie , Landgräsinn von Fürstenberg-Weitra vermählt, folgende Kinder sind die Früchte dieser Ehe: 1) Aloys, Erbprinz, geboren 1796, vermählt 1331, mit Francisca, Gräfinn von K insky . 2) Soph ie , geboren 1793, vermählte Gräfinn Vinc. Eszterhäzy. 3) Iosephine, ge- boren 1300. 4) Franz, geboren 1802. 5) Car l , geboren 1803. 6) H e n r i e t t e , geboren 1806, vermählte Gräfinn Hunyady . 7) Friedrich, geboren 1807. 3) Eduard, geboren 1309. 9) Au- gust, geboren 1810. 10) I d a , geboren 1311. 11) Rudolph, ge- boren 1816. Liechtenstein, des regierenden Fürsten Joh., Bibliothek. Diese merkwürdige Büchersammlung enthalt in einem sehr schön decorir- ten Saale des fürstl. Palastes in Wien (Herrengasse) beyläufig50,000 Bande, worunter sich mehrere zum Theil sehr wichtige Handschriften, In-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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