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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 498 -
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498 L o u d o n. Möglichkeiten, in denen der Gefahren suchende Krieger sie erhalten konnte. — Nach dem Rückzüge war das Trent'sche Corps in ein regu- lirtes ungarisches Regiment umgestaltet worden; aber der Geist des Füh, rers blieb immer derselbe, und L., der es mit dem rohen Manne nicht langer ausdauern wollte, verließ nach der Schlacht bey Trauten au den Dienst, um zu Wien eine neue Anstellung zu suchen. Ein Wort- wechsel mit Trenk, den eine wohlgemeinte Warnung veranlaßt hatte, verwickelte ihn in desselben Proceß; aber eine Schreibtafel, die alle ihm ertheilten Befehle enthielt, rechtfertigte ihn, ohne jedoch sein Schicksal zu verbessern. — Wahrend L. mit dem Gedanken umging, anderwärts Dienste zu suchen, erhielt er eine Majorsstelle unter den Liccanern, wo er bey der Gährung, welche die neuen Einrichtungen unter den Gränz- truppen (1754) veranlaßten, nicht wenig beytrug, die empörten Ge- müther zur Ordnung und Pflicht zurückzubringen. Alle Muße, welche ihm hier der Dienst gab, verwendete er, practische Kenntnisse durch theoretisches Metier-Studium zu ergänzen, wobey die Landcharlen der Gegenstand seiner Lieblingsbeschäftigung waren, und auch im spateren Leben geblieben sind.— Bey dem Ausrücken der Gränzregimenter (1756) war L. nicht unter denen, die zu Felde zogen. Empfindlich wegen der kränkenden Zurücksetzung, reiste er nach der Hauptstadt. Er fand hier eine alte Bekanntschaft— eben denselben Hochstetten> der ihm zu Petersburg die ersten Empfehlungen für Wien verschafft hatte, und ihn jetzt bey dem Staatskanzler einführte. Dieser Kenner des Verdienstes hatte bald seinen Mann entziffert, und war von dieser Zeit an L.'s thä- tiger Beschützer, und in der Folge ft'.n warmer Freund geworden. — Der ersten Bestimmung nach sollte L. eine Abtheilung Croaten zur Reichsarmee führen, die aber noch nicht in Bewegung war, und so ging er als Oberstlieutenant zu dem Feldmarschall B rowne nach Böhmen ab. Die Schlacht bey Lobositz war bereits geliefert, doch kam er bey dem Versuche, die Sachsen aus dem Lager beyPirna zu befreyen, schon in Thätigkeit, und führte bey dem Rückzüge den glücklichen Streich auf Tetsch en aus, wodurch er bemerkt und zum Wintercordon an derLausitz beordert wurde, wo seine Croaten unermüdet die feindliche Gränze be- unruhigten. Schlaue Thätigkeit und persönlicher Muth sind die Eigen- schaften, welche einem Anführer das Zutrauen dieser Truppen erwerben. Bey dem Überfalle von Hirschfeld (Febr. 1757) hatte L. den schwer- sten Angriff, und er rückte zum Obersten ror. — Bey Prag theilte er die Gefahren der Schlacht, der Belagerung und der versuchten Ausfälle, in deren einem er selbst der Führer war. Es war zu erwarten, daß er bey dem Abzüge im Verfolgen des Feindes nicht der Letzte bleiben würde.— Nachdem man ein Paar Monathe hindurch abwechselnd an beyden Ufern der Elbe den kleinen Krieg geführt, mußte L., wie es ikm gleich anfangs zugedacht war, mit seinem etwa 4000 Mann starken Corps zur Reichs- armee abgehen. Er hielt am Tage bey Roß bach die Gehölze an der Saale besetzt, und zog sich, ohne an dem früh geendigten Treffen Theil gehabt zu haben, durch das Erzgebirge nach Böhmen, fern von den glücklichen und unglücklichen Vorfällen in Schlesien. — Eine Merkwür- digkeit ist es, daß L. sein Generalkpatent aus den Händen des.Königs
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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