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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 569 -
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Seite - 569 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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a r i a . 3 e l l. 5«i) als 100,000 Pilger aus allen Theilen der Monarchie wallfahrten, steht auf einem silbernen Altar in der kleinen, mit silbernen Gittern verwahr« ten Capelle, inmitten der Kirche, in welcher sich noch eine große Orgel mit 33 Registern, eine ungeheure Kanzel aus rothlichem Marmor, ein schöner Hochaltar mit einem Crucifix von Ebenholz auf einer silbernen Weltkugel befindet, welche im Durchmesser 6 Fuß mißt. Schon 1798 den 5. May entstand eine bedeutende Feuersbrunst in M.-Z., welche 19 Häuser in Asche legte, den 27. März 1300 brannte beynahe die ganze Gratzergaffe ab, doch die furchtbarste Verheerung fand den 1. Nov. 183? Statt, nur 9 Hauser entgingen der Wuth der Flammen, 10 Personen fanden dabey ihren Tod, viele wurden beschädigt. Das Dach und die Thürme der schönen Kirche gingen zu Grunde, doch gelang es, den Schatz und das Gnadenbild zu retten. Obschon es nun an reichlichen Spenden nicht fehlte, so mußte demungeachtet der großre Theil des Schatzes verkauft werden , um die Mittel zur Wiederherstellung der Kirche zu vermehren, die indessen jetzt in erneuerter Pracht wieder dasteht. Noch sind aber die Reichthümer der Schatzkammer sehr beträchtlich, eS besinden sich unter andern darin, außer dem erwähnten Bilde: Ein sil- berner Altar in Gestalt eines Stammbaumes, welcher die Köpfe der Habsburg-lothringischen, und ober diesen der königl. sicilianischen Fa- milie von vergoldetem Kupfer tragt, viele Perlen und Edelsteine, aller- ley Alterthümer, Seltenheiten und künstliche Arbeiten, unter diesen auch die goldene, oben mit Brillanten besetzte Schreibfeder Ludwig Zach. Werner's, welche dieser Dichter testamentarisch diesem Gna- denorte hinterließ. Unter der Regierung Kaiser Joseph's I I . wurden die Wallfahrten überhaupt und besonders nach diesem Gnadenorte einge- stellt, 1796 wurden sie jedoch von Kaiser Franz wieder erlaubt. 1811. erschien eine eigene kaiserliche Bestimmung, welchen Orten es gestattet ist, hier in Procession einzuziehen, deren sind in Osterreich mit Einschluß von Wien 116, in Böhmen 13, in Ungarn 36, in Steyermark 47, in Kärnthen 1, in Mahren 12. DieWallfahrtenden kommen meistens in festlichem Schmuck, der aus manchen Provinzen etwas Eigenthümliches, oft Abenteuerliches mitbringt. Rings um die Kirche sind viele Buden, in welchen zur Zeit der Wallfahrten immerwährender Markt gehalten wird und Rosenkränze, Heiligenbilder, Raucherwerk, Drechslerwaaren aller Art, Kreuzchen, Ringe, Gebethbücher :c. zum Verkaufe bereit liegen, wovon die Wallfahrter Manches zum Andenken ihrer Pilger- fahrt in die Heimach mitbringen. Auch für die Aufnahme kranker Frem- den ist durch die Errichtung eines eigenen Spitales gesorgt. Die Umge- bungen von M. -Z. biethen sehr angenehme Spaziergange dar, beson- ders das Bürger- oder Zelleralpel hinter der Kirche, mit einer der schön« sten Alpenaussichten, die bis an die Donau gegen Mar ia-Tafer l reicht und mir einer sehenswerchen Hohle, welche Raben bürg oder der hohle Stein genannt wird, ferner die Wild- und Stutteralpen, die Mooshuben, Domönalpe, Sauwand, Pfeiferalpen, das Niederalpel, die Gegend am nahen Erlaphsee ;c. Eine Viertelstunde östlich von M.- Z. ist der berühmte Holzaufzug, wo eine bedeckte Stiege über einen ho- hen Berg zu einem Bache führt und mittelst eines einfachen Mechanis-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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