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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 597 -
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M a u r e r . 5l)7 anders übrig/ als seine dortige kleine Besitzung verkaufe» zu lassen, und mit dem dafür gelösten Betrage von nicht gar 300 Gulden nach Wien zu reisen, um Bildung und Glück dort zu suchen. — M. kam 1762 mit 24 Ichren nach Wien. Ein Empfehlungsschreiben von Winter an den damahligen Director der Akademie der bildenden Künste, Mar- tin Meytens, verschaffte ihm bey diesem eine sehr gute Aufnahme, und den Eintritt in den Antitensaal. In kurzer Zeit gehörte M. unter die ausgezeichneten Schüler der Akademie und wurde dadurch dem Pro- fessor Schletterer bekannt, der ihn an den braven Maler, Pater Norbert Baumgartner empfahl. Dieser nahm den Bildung und Brot suchenden Schüler mit Vergnügen auf. Patcr Norbert entwarf tie Compositionen, skizzirte im Kleinen, und M. führte im Großen aus. So sehr indessen das Verdienst dieser Gemälde anerkannt wurde, so deckte M. mit der dafür erhaltenen Belohnung doch nicht einmahl die auch nur nothwendigsten Bedürfnisse. Er mußte also neuerdings zum Porträtmalen seine Zuflucht nehmen. Hierin war er aber nun glücklicher als das erste Mahl. Er erhielt vom Freyh. v. Sperges, dem damahli- gen Präses der Akademie der bildenden Künste, Bestellung auf 3 lebens- große Porträte, des Kaisers Franz I . , Joseph I I . und der Kaise- rinn Mar ia Th eresia, welche nach Mantua bestimmt waren.Die Gemälde erhielten den Beyfall des Fürsten Ka un i tz, und bestimmten diesen , bey dem Künstler eine Bestellung auf sein eigenes Portrat in Le- bensgröße im Toisonkleide zu machen. Diese gelungene Arbeit wurde von dem Fürsten der Kaiserinn gezeigt, und M. als würdig erkannt, sein Talent als Pensionär in Ro m noch mehr zu bilden. — 1772 langte er dort an, und kam unter die Aufsicht Ma ron's, des damahligenDirec- tors der deutschen Künstler. Gegen das. Ende seines Aufenthaltes in Rom erhielt er den Auftrag, eine eigene Composition nach Homer in Ohl auszuführen. Er wählte zum Gegenstande Ulysses, wie er die Circe zwingt, seinen Gefährten ihre vorige Gestalt wiederzugeben. Dieses Gemälde wurde dem Fürsten Kaunitz nach Wien geschickt. — Bald nach Absendung dieses Stückes wurde M. nach Wien zurück- berufen. Mit einer Menge von Handzeichnungen, kam er 1776 da- selbst an. Fürst Kaunitz bestellte bey ihm zuerst 2 lebensgroße Por- träte, das der Kaiserinn Mar ia Theresia und des Kaisers Jo- seph I I . Beyde Porträte erhielten den Beyfall des Hofes, und wurden der Universität in P av ia geschenkt. Von dieser Zeit an wurde M. als ein guter Maler überall gesucht. — 1785 erhielt er die Professur der histor. Zeichnungsschule in der Akademie der bildenden Künste, und wurde Rath und Mitglied derselben. Er bekleidete diese Stelle mit unermüdetem Fleiße durch 32 Jahre, während welcher Zeit er viele histor. Bilder malte, und mehrere Altarblätter lieferte, worin er als Künstler neuerer Zeit wohl die größte Anzahl gemacht haben mag. Besonders eh- renvoll war der von Seite des Hofes unmittelbar an ihn ergangeneAuf- trag: Die Burgcapelle mit 2 von seiner Hand zu verfertigenden Seiten- Altarbildern zu schmücken, nähmlich den h. Iohann d en Täufer in der Wüste, und dieh. Cath arina vorstellend. Nachdem aber M. in der bestimmten kurzen Zeit beyde Bilder zu malen nicht im Stande war, so
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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