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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 606 -
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Maximil ian I I . , röm.-deutscher Naiser. Sterblichkeit in der spanischen Königsfamilie gehörten, durch welche sein Sohn Phi l ipp zum Throne von Castilien gelangte, trugen ge- meinschaftlich dazu bey, dem österr. Staate seit seiner Zeit jene innere Fe- stigkeit und äußere Haltung zu geben, welche denselben an Macht, Einfluß und Glanz weit über alle andern deutschen Staaten erhob, von denen einige der größeren, bis ttahin, nicht ohne Erfolg mit den Herzo- gen von Osterreichgewetteifert hatten. Und nicht allein im deutschen, son- dern auch im europäischen Staatensystem erschien Österreich, seit M.'s Tagen, mit einem politischen Gewichte, das zwar mehrmahls bedroht, in keinem Sturme aber ganz erschüttert ward und selbst aus den Stür- men des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts mit erhöhter Srarke heraustrat. Maximi l ian I I . , römisch-deutscher Kaiser :c. , geboren zn Wien 1527, ältester Sohn des Kaisers Ferdinand I. und der Kai- serinn Anna, gebornen Prinzessinn von Ungarn. In seiner Jugend machte M. mehrere Reisen, besonders nach Spanien an den Hof seines Oheims Kaiser Carl's V. , mit dessen Tochter M a r i a er sich 1552 vermählte. Um dieselbe Zeit bestand M. auch das bekannte Abenteuer in einer Raub ersehende in Granada, welches in neuerer Zeit dramatisch bearbeitet wurde. Bey seiner Rückkehr brachte M. nebst andern Merk- würdigkeiten auch den ersten Elephanten nach Wien , welcher daselbst solches Aufsehen machte, daß er im Eckhause des Grabens, welches noch heute zum Elephanten heißt, fast in Lebensgröße abgebildet wurde, und daselbst bis ungefähr 1780 noch zu sehen war. 1562 wurdeM. zum König von Böhmen, 1563 zum König von Ungarn gekrönt, und er erhielt nach dem Tode seines Vaters 1564 auch die römisch-deutsche Kaiserkrone. 5566 bestätigte erden Religionsfrieden, und gestand 1567 sowohl den Protestanten in Österreich und Ungarn, als auch den Utra« quisten in Böhmen freye Neligionsübung zu, wodurch er sich allgemein beliebt machte. 1570 bestätigte M. auch die Universität in Olmutz. Überhaupt erhielt er durch seine weisen und gemäßigten Maßregeln im ganzen Reiche Frieden, nur die Belagerung von Tr ier , welcheStadt der Churfürst um die Freyheit bringen wollte, und der Mord des Bi- schofs von Würz b urg durch Grumbach, welchen der Kaiser streng ahndete, störten diese Ruhe. 1571 fiel in dem noch immer fortdauernden Kriege gegen die Türken die he^denmüthige Vertheidigung Szigeth's durch Nic las Z r iny i und dessen Opfertod vor. 1575 wurde M. auch von den polnischen Ständen nach dem Tode ihres Königs S ieg mund August die Krone von Polen angebothen, da jedoch der Großfürst von Siebenbürgen, Steph an Ba th or y von dem polnischen Adel begün- stigt wurde, so entspann sich ein Krieg, in welchem Letzterer die Ober- hand behielt, und den polnischen Thron bestieg. M. starb zum großen Leidwesen aller Parteyen den 12. Oct. 1576 auf dem Reichstage zu Augsburg, und hinterließ nebst seinem Nachfolger Nudolph noch folgende Söhne: Ernst, Gouverneur der Niederlande, Math ias , nach Rudolph's Tode Kaiser, Max im i l i an , designirter König von Polen, welcher sich jedoch auch nicht behaupten konnte, und Albrecht, Cardinal und nachher Statthalter in den Niederlanden.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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