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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 636 -
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Seite - 636 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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«36 M e n g s. tican im buchstäblichen Sinne bey Wasser uud Brot studiren. Jeder Fehler wurde durch strenge Züchtigung bestraft und so bildete sich M. durch diese Gewaltmittel, von glücklichen Anlagen unterstützt, allerdings zum großen Künstler, es bleibt aber noch immer die Frage, ob nicht manches, selbst seiner besten Werke mehr außerordentlichen Fleiß und gründliches Srudium, als eigentlich angebornes Genie verrathe. 1744 kehrte M. mit seinem Vater nach Dresden zurück und König Au- gust I I I . von Polen und Churfürst von Sachsen ernannte ihn, seine bewährten Talente anerkennend, zum Hofmaler. 1746 ging er wieder nach Rom, studirte daselbst auf das eifrigste und trat 1748 zum ersten Mahle mir einer eigenen Composition auf, welch<ungetheilten Beyfall er- hielt. 1749 kehrte er neuerdings nach Dresden zurück, verfertigte Hochaltar der kathol. Capelle daselbst und ging dann abermahls nach Rom, wo er 1754 die Direction der neuer« richteten Malerschule auf dem Capitol annahm. 1761 folgte M. einem Rufe des Königs Carl I I I . von Spanien nach Madr id , wo er meh- rere Arbeiten für denselben unternahm und alle seine Nebenbuhler besieg- te. 1770 e.rbath er sich einen Urlaub, um in Italien seiner geschwächten Gesundheit pfiegen zu können, er hielt sich einige Zeit in Florenz und Rom auf und kehrte 1773 nach Madrid zurück, wo er mehrere seiner schönsten Werke, vorzüglich. Deckengemälde, verfertigte. 1775 begab er sich wieder nach R'o m. Seine Gesundheit wurde immer schwä- cher. Zr arbeitete demungeachtet unablässig, wodurch seine Kränklichkeit zunahm und er starb bereits den 29. Iuny 1779 zu Rom, wo ihm so- wohl im Capitol als auch in der Peterskirche schöne Denkmahle gesetzt wurden. M.'s Zeichnung war immer edel, richtig und gewählt, sein größtes Verdienst bestehr in der (oft idealen) Schönheit der Form, seine Composition und Gruppirung ist gewöhnlich edel, einfach und studirt, nicht selren aber auch gesucht, ^»eine vorzüglichsten Werke sind: Vor Allem sein Plafondgemälde im Speisesaal des königl. Palastes zu Ma- dr id, die Vergötterung des Traj an und den Tempel des Ruhmes darstellend, dann auch das Altarblatt: Die Himmelfahrt "Christi in der königl. Capelle zu Dresden; die Madonna col dambino; Jacob's Traum; der vielberühmte in Pastell ausgeführte Amor; Joseph von Viterbo; Maria Magdalena; Jesus, Magdalena erscheinend; ein 8alvawr mundi; mehrere sehr schöne Frescogemälde in Italien und Spanien, verschiedene Porträts :c. Die kaiserliche Gemäldegallerie im Beloedere besitzt von ihm folgende Gemälde: Ein großes Altarblatt, Maria mit dem Kinde; den heiligen Petrus, auf einem Stuhle sitzend, und einige Porträts. Schatzenswerch sind auch seine belehrenden Schriften über Kunst, unter andern geistreiche Ideen über die Werke Raphael's, Correggio's und Tizian's enthaltend. Sie erschie- nen gesammelt von Ritter d'Az ara unter dem Tileli' Opere di Anlo- nio Ralaello Hlengs, primu pittore dclla Maesiü di Carolo I I I . Re di 8pagna, 2 Thle. Bassano 1783. Außerdem erschienen noch: Schreiben an Herrn Anton Pons, aus dem Italienischen, Wien 1773. — Gedanken über die Schönheit und den Geschmack in der Ma-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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