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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 651 -
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m e t a st a s i o. 651 des Ansehen. Prachtvoll sind die vielen palastahnlichen Landhäuser (Vil- len)/ welche, in der ganzen Umgebung meistens mit großem Luxus er- baut sind und von hier bis Padua fast einen einzigen zusammenhän- genden Ort bilden. Des bestandigen Verkehres mit Venedig wegen, gibt es sehr viele Gasthäuser in M. Metastasio, pictro, kaiserl. Hofpoet in Wien. Trapassi war der eigentliche Nahme dieses zierlichen und fruchtbaren italienischen Dichter's des 13. Jahrhunderts. Er war 1693 in Rom geboren, wo fein Vater von dein kargen Verdienste des Abschreibens lebte. Als er 11 Jahre alt war, veroffenbarte sich an ihm eine außerordentliche Neigung zur Dichtkunst und Musik, und zwar in dem Grade, daß er im Stande war, aus dem Stegreife Verse herzusagen und abzusingen. ' Er that dieß oft in der kleinen Wohnung seines Vaters, und hier hörte ihn einst im Vorbeygehen der berühmte Rechtsgelehrte Gravina. Er be- wunderte nicht allein die Gedanken, sondern auch den Ausdruck dersel- ben, die Leichtigkeit des Verses, die Stimme und ihre künstliche Mo- dulation—und die Folge davon war, daß erden armen Knaben an Kindes Stelle annahm. Von nun an erhielt M. eine seinen Talenten entspre- chende Erziehung, so wie auch den griechische italienischen Nahmen Me- tastasio. Gravil la schickte ihn nach Calabrien, um daselbst das Grie- chische zu erlernen. M. brachte es in Kurzein in dieser Sprache so weit, daß er schon im 13. Jahre den ganzen Homer in italienische Verse über- setzen konnte. Er studirte die Classiker, und vorzüglich die dramatischen Dichter Griechenlands. In seinem 14. Jahre schrieb M. seine erste Oper il <^iu8tino , womit er große Sensation erregte. G r avin a verdoppelte nun seine Sorgfalt für dl'e völlige Ausbildung desselben. Er nahm ihn mit sich nach N ea pel, wo er ihn seinen Freunden als einen vortreff- lichen Improvisators vorstellte. Man brachte es dahin, daß M. öffenr- lich auftrat. Jedes ihm gegebene Thema bearbeitete er auf der Stelle und trug es in Versen vor. In dieser Stadt empftng er auch' die min- deren Weihen, oder die sogenannten nrdines ininores, und betrieb dabey das Studium der Rechtsgelehrsamkeit. Der 1718 in Rom er- folgte Tod seines Pflegevaters und Wohlthaters Gravina rief ihn da- hin, um daselbst das einträgliche Amt eines Advocaten, welches ihm durch Gravina's Tod zusiel, zu übernehmen. Auch in seiner neuen Bestimmung wurde M. den Musen nicht untreu. Er dichtete mehrere Opern, die das Entzücken der Italiener waren, und auch die Aufmerk- samkeit des Auslandes rege machten. Kaiser Carl VI. berief den Dich- ter 1729 mit einem Gehalr von 3/000 Gulden an seinen Hof, und er wußte sich die Gunst des Kaisers in dem Grade zu erwerben, daß er sei- nen Gehalt mit einer Pension von .2,000 Gulden vermehrte. Die Kai- serinn Maria Theresia folgte dem Beyspiele ihres Vaters/ und wies dem Dich-ter einen Gnadengehalt von 1,500 Gulden jährlich zu Mailand an. Außer seinen vielen Opern, die grösitentheils von den berühmtesten Meistern in Musik gesetzt wurden, hat M. auch um an- dere Zweige der Poesie mannigfaltige Verdienste. Er lieferte eine große Anzahl von Oratorien, kleineren Dramen, religiösen Handlungen, Cantaten, Epitaphien, Sonnetten, Gesängen u. s. w., die, wenn sie
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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