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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
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Sondrio (Stadt). — Sonnenfels. Sondrio (Sonders), lombard. Hauptstadt der gleichnahmigen Delegation, mit 3,800 Einw., in einer schönen Gegend am Ausgange des romantischen Thales Malenco, aus welchem der Maller ausströmt, und sich bald darauf in die Adda mündet. Es haben hier die Delegation und Provinzial-Congregation, und ein Civile Criminal- und Han- delstribunal ihren Sitz; auch besteht hier ein Gymnasium mit einem Knaben «Erziehungscollegium und Naturalien - Cabinet, eine Haupt- und Madchenschule. Sonnenfels, Ios. v. , Dr. der Philosophie und der Rechte, Ritter des St. Stephan-Ordens, k. k. Hofrath beyder vereinigten böh- misch-österr. und galizischen Hofkanzley , Viceprösident der k. k. Hof- commiffion in polit. Gesetzsachen, Präsident der k. k. Akademie der bil- denden Künste in Wien, (früher deren beständiger Secretar) und Mitglied verschiedener auswärtiger gelehrter Gesellschaften und Akademien, war zuNikolsburg in Mähren 1733 geboren. Sein Vater war Aloys Wienner , ein Israelit und gelehrter Orientalist; derselbe nahm die ka, tholische Religion an, war Ausleger der hebräischen Sprache inWien, und wurde nach der Hand mit dem Beyworte v. Sonnenfels geadelt. Der junge S. begann seine Studien bey den Piaristen in seiner Geburts- stadt, absolvirte da die Humanioren, und empfing von dem fürstlich Dietrichstein'schen Hause, unter dessen Schutz das Städtchen Ni- kolsburg steht, viele Wohlthaten; auf die Philosophie verlegt? er sich an der Universität in Wien , wurde Soldat zu Klagenfur t bey dem Regiments Deutschmeister, blieb es durch 5 Jahre und trat als Unter- offlcier aus. Er setzte darauf seine Studien fort, verwendete sich mit ausharrendem Fleiße für die Rechtswissenschaften, wobey er dem treffli- chen Vortrage des verdienstvollen Mar t in i sehr viel zu danken hatte, und wohnte zugleich den Privatvorlesungen bey, die sein Vater verschie- denen Ordensgeistlichen in den alten Sprachen gab. Er ward sodann als Dollmetsch der hebräischen Sprache, worin ihn sein Vater wohlunter- richtete, bey der niederösterr. Regierung demselben adjungirt. Er übte sich in der juridischen Praxis bey dem geh. Rath und Hofrath der ober- sten Iustizstelle, Grafen von Ha r t i g , durch 2 Jahre. Auf einmahl setzte er die Rechte, durch die Briefe über die neueste Literatur zum gründlichen Studium der deutschen Sprache und Literatur angereizt, bey Seite. In seinem 28. Jahre wurde er Rechnungsführer bey der Arcie- ren-Leibgarde, weil er anderwärts keine Aussicht fand, und seinem unbemittelten Vater, der schon so lange für seinen Unterhalt gesorgt, nicht weiter lästig seyn wollte. Der Freyh. v. P et rasch, General und erster Lieutenant bey dieser Garde, legte den Grund zu seinem künftigen Glücke. Er nahm ihn in fein Hausbaus, und als ein Mann von wissen« schaftlicher Bildung, schätzte er die an S. bemerkten Fähigkeiten und Kenntnisse sehr hoch. S., sein Untergebener, wurde als sein Freund und zwar so behandelt, als gehöre er zur Familie. Petrasch empfahl ihn dem würdigen Staatsrathe, Freyh. v. Bor ie , und dieser half ihm weiter fort, und zwar, indem er die vorzüglichen Talente S.'s erprobt hatte, so auszeichnend, daß er gleich (1763) als Professor der politischen Wissenschaften an der Wiener Universität, ohne um diese Stelle ange-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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