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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
Seite - 328 -
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323 T h e a t e r . das Ballet zählte, besonders unter der kurzen Direction des kunstsinni- gen Grafen Gal len'berg viel Vollkommneres. Im Frühjahr 1836 wurde dieses Hoftheater der Direction Mel l ier i 's übergeben, welcher sehr bedeutende italienische Künstler für dasselbe gewonnen hat; auch die deutsche Oper, welche seit einiger Zeit auf dteser Bühne ziemlich im Verfall war, sieht bedeutenden Verbesserungen entgegen. — Das Thea- ter an der Wien , in Hinsicht der Localität das schönste und größte in W i e n , mit einer sehr breiten, besonders aber tiefen Bühne, steht gegenwärtig unter der Direction des ehemahligen Schauspielers Carl (s. d.). Hier werden vorzugsweise große Spectakel- und niedrig-komi- sche Stücke gegeben, deren Auswahl durchaus auf keine höhere Stel- lung Anspruch machen kann, und nur für ein sehr gemischtes Publicum berechnet ist. Das Theater wurde 1799—1300 von Em anuel Schi- kaneder (s. d.) erbaut, erfreute sich 1310—14 seines größten Glanz- punctes unter der Directwn des kunstsinnigen Grafen Ferd. Pä l f fy , zu welcher Zeit es ausgezeichnete Talente, wie z. B. die Schröder, Lö- we, Campi:c. , dann Grüner , Heur teur , Küstner u. a. zu seinen Mitgliedern zählte. Von 1816—20 hatten sich die hier einge- führten äußerst lieblichen Kinderballete (s. d.) großen Beyfalles 'md zahlreichen Besuches zu erfreuen. Nach der in gewisser Hinsicht sehr lobenswerthen Aufhebung derselben 1321, aber sank die Theilnahme des Publicums an dieser Kunstanstalt merklich, der Versuch, sie zu einer Opernbühne umzugestalten, mißlang größtentheils und erst der uner- müdlichen Thätigkeit des jetzigen Directors, der freylich nichts unter- läßt, um auf das große Publicum zu wirken, gelang es, wieder Leben in die stockende Maschine zu bringen.— Theater in der Leo? poldstadt, die eigentliche Wiener Localbühne, wurde 1730vonCarl M a r i n el l i erbaut, und ist noch jetzt Eigenthum dessen Enkels Franz v. M a r i n el l i . Indessen hat dieses Theater schönere Zeiten gesehen, als die gegenwärtige, das ist nicht zu streiten, obschon es mehrere brave Mitglieder besitzt, und noch immer seinen eigentlichen Beruf, Wiener Volksrheater zu seyn, genügend erfüllt. Auch das Fach der allein auf dieser Bühne einheimischen und beliebten Pantomime hat durch und seit Raino ld i 's Abgang gelitten; ftoch haben sich noch immer einige wenige wackere Mitglieder aus der guten Zeit erhalten; die Pantomime ist ge- nügend besetzt, und seit einigen Jahren ziehen auch zur Winterszeit Raimund's Gastspiele das Publicum an. Leider sind auch manche Volksdichter, welche in früherer Zeit ihre gelungenen Leistungen aus- schließend dieser Bühne widmeten, z. B. M e i s l , Gleich, beson- ders 5 aber Bäuer le und Ra imund verstummt. Unter den neuen Localdichtern zeichnet sich vorzüglich I. Sch ickh aus, welcher die Bühne zumeist mit amüsanten Stücken versorgt. — Theare r i n der Iosephstadt (s. Io sephstä dter-Th eater) steht gegenwär- tig unter administrativer Verwaltung, und erhebt sich durch Schau- spieler und Vorstellungen nicht eben viel über die Mittelmäßigkeit. — I I . Theater in den Hauptstädten der Prov inzen. Den ersten Rang behauptet M a i l a n d , welches 7 Theater zählt, das k. k. Opernhaus della Scala, jenes der Canobbiana, de Carcano, Rö,
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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