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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 352 -
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Seite - 352 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6

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352 B a d e n . dern findet man befriedigende Anstalten zur Douche, zumahl in den letztern nicht nur Strahl-, Regen« und Tropf-Douche, sondern auch die auf« steigende. Seit 9 Jahren ist in den Leovoldsbädern auch ein vollstän- dig eingerichteter Apparat, um durch Erhöhung der Temperatur im geschlossenen Raume das Badewasser in Dämpfe zu verwandeln, und es in dieser Gestalt nach einem vom Arzte selbst anzugebenden Thermome- tergrade entweder als Dampfbad im Dampfkasten auf den ganzen Körper, oder die Extremitäten, oder als Dampfdouche anzuwenden. Die Heilkraft dieser Dampfbäder steht in geradem Verhältnisse mit der Höhe der Tempe- ratur und dem Gehalte an Schwefelwasserstoffgas. Hat nun die Natur hier schon so viel gethan, so verdankt B. nicht weniger der Huld des Kaiserhauses. Wohin das Auge nur blickt, trifft es Spuren des hohen Sinnes für das Edle und Schöne: Die Wasserleitung, die B.'s Bewohner mit frischem Trinkwasser versorgt, die Alleen in den Gaffen, die lieblichen Anlagen, welche das reizende Helenenthal und die nahen Berge schmücken, der Felsendurchbruch am Urthelstein, die herrliche Weilburg mit ihrem neuerlich erweiterten blumenreichen Park. Oft be- sprochen wurde der Mangel einer zweckmäßig eingerichteten Trinkanstalt. Bis jetzt wurde das Wasser in kleinern und größern, bis zu 2 Seitel haltenden Gläsern an der Quelle (Ursprungsquelle) geschöpft, und die mit eil^ em leichten gläsernen Deckel verschlossenen Gefäße durch einen 12 Klafter langen Gang getragen, bis sie die Trinkenden in Empfang nahmen, und nach Belieben bald schnell bald langsam leerten. Es ist einleuchtend, wie sehr dadurch das Wasser an Kraft verlor, indem nicht nur bedeutende Veränderung der Temperatur, sondern auch Oas- verlust eintreten mußte. Mehrere Plane wurden der Prüfung von Sach- verstandigen unterworfen. Gegen einen, nähmlich die Leitung des Was- sers bis in die Mitte des Parks, sprach sich die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte bey ihrer Anwesenheit zu B. im September 1832 selbst aus. Im Laufe des Frühjahrs 1835 wurde nun die Trink- anstalt gebaut, die Quelle selbst in geschlossenen Porzellanröhren durch den 12" langen Stollen zu Tage gebracht, wo sie Nun frey in eine Marmormuschel strömend, von jedem Bedürfenden mit eigenem Becher aufgefaßt und getrunken werden kann, mit vollem Vertrauen auf die ganze Heilkraft der Quelle, indem Sorge dafür getragen wurde, daß dieselbe weder einen Verlust an Wärme, noch an wirksamen Bestand- theilen und inwohnender Lebenskraft erleide. Große Bequemlichkeit ge- währt den Badegästen der Sauerhof und der städtische Herzoghof, in- dem in selben nicht nur für die Kranken dadurch gesorgt ist, daß sie, ohne im Mindesten der äußern Luft sich auszusetzen, in geschlossenen Gängen in das Bad gelangen und, aus demselben zurückkehren, son- dern auch im Spätherbst und Winter in wohlgeheizten Zimmern woh< nen, und so in der ungünstigen Iahrszeit die Bäder gebrauchen kön- nen. Zugleich findet man im erstem eine Traiteurie und einen Con- versationssaal, in welchem bey ungünstiger Witterung für die Unter- haltung der Anwesenden durch Spiel, Musik oder Journal-Lectüre gesorgt ist. Für solche Freunde B.'s, denen Schwefelbäder nachtheilig seyn winden, ist durch die Vermehrung und zweckmäßige Einrichtung
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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