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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 366 -
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Seite - 366 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6

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B e n j o w s k y. siens, die ihn nicht verließ, obgleich sie jetzt erfahren, daß er ver- heyrathet sey, entfloh er aus Kamtschatka im May 1771. Seine Absicht war, nach China zu segeln; statt dessen aber kam er nach vie- len Mühseligkeiten, die er sowohl von der Natur als von seinen Leu- ten zu erdulden hatte, nach der japanischen Insel Usmay Ligon; wo man ihn überaus gut empfing. Er mußte den Insulanern das Verspre- chen zurücklassen wieder zu kommen, und eine Colonie zu errichten; ein Versprechen, das er auch nach seiner Zurückkunft aus China zu halten gedachte. Er segelte nach der Insel Formosa, wo er sich selbst durch die glänzendsten Anerbiethungen der französ. Regierung zur Anle- gung einer Colonie nicht bewegen ließ, von seiner Reise abzustehen. Endlich kam er nachM a ca o; hier wurden ihm von den Franzosen,Hol- ländern und Engländern Vorschläge gethan. Da er die der Ersteren an- nahm, so erkauften die Engländer einen Theil der Besatzung seines Schiffes, und Stepanow, ein Russe, der schon früher mehrmahls Meutereien zu erregen gesucht hatte, zettelte eine Verschwörung gegen ihn an. Allein sie mißlang; Step an ow wurde mit 4000 Piaster ab- gefertigt, und ging in holländische Dienste. starben zu Macao am Fieber, unter denen auch Aphanasia war,. Er kam endlich glücklich nach Frankreich, und wurde hier bestimmt, auf der Insel Madagascar ein Etablissement anzulegen; ein Unter- nehmen , dessen Schwierigkeit er selbst vorhersah, besonders da der glückliche Erfolg desselben ganz von dem guten Willen der Beamten aufIs le de France abhing, wohin er wegen des größeren Theiles seiner Ausrüstung und Unterstützung verwiesen war. B. kam im Iuny ' 1774 in Madagascar an, und betrug sich.,, trotz der Widerwär- tigkeiten des Clima, und der Vernachlässigung, die er vom französi- schen Ministerium erfuhr, standhaft und klug. Er gewann verschiedene Nationen und Chefs. Mehrere derselben schickten feyerliche Gesandtschaf- ten an ihn, und gaben ihm den Wunsch zu erkennen, ihn zu ihrem König zu ernennen. B. nahm diese Anerbiethung an, behielt sich jedoch vor, dem König von Frankreich verpflichtet zu bleiben, bis er seine Entlassung von demselben erhalten habe. Dieser Fall trat bald ein, französische Commissarien kamen nach Madagascar, welche jedoch Befehl hatten, sich seiner Person zu bemächtigen, was aber mißlang. Nachdem er endlich das Commando ganz niedergelegt hatte, wurde er 1776 feyerlich zum Ampansacaba oder König erklärt; die Weiber schwu- ren seiner Gemahlinn (die er schon in Frankreich aus Ungarn hatte kom- men lassen) den Unterwerfungseid. In der Folge erklärte er seinen Vorsatz, selbst nach Europa zu reisen, um der Nation einen mächti- gen Alliirten und Handelsaussichten zu verschaffen. Vergebens stellten ihm seine Unterthanen vor, daß er seinen Tod suchen wolle. Es scheint, beleidigter Ehrgeiz habe ihn angetrieben, Gelegenheit zu suchen, seinen Gegnern die Gerechtigkeit seiner Sache unter die Augen zu stellen. Bey seiner Zurückkunft nach Frankreich wurde er durch die Verfolgun- gen des französischen Ministeriums genöthigt, in kaiserliche Dienste zu zu treten, in welchen er jedoch nur 2 Jahre blieb, weil ihm der Kai- ser zu seinem Plane nicht behülflich seyn konnte. Von da wandte er sich
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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