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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 493 -
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Seite - 493 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6

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6 u nya d, I o h. vereitelten Friedens'nterhandlungen der Krieg. Steyermark, Kram und Karnthen, die Erbländer des Kaisers litten schrecklich durch die ver- heerenden Einfalle der Ungarn; der Kaiser mußte zuletzt die Rückgabe der Festung Raab und einen Congreß bewilligen. Zuletzt endete ein Waffenstillstand den Krieg mit dem Kaiser (1447) und H. kehrte unge- stört seine Macht gegen die verhaßten Türken. Trotz der Warnungen des Papstes und des servischen Despoten begann der Zug, und in den Ebenen bey Cossovo (des Amselfeldes) entwickelte sich das Genie des von dem Papste mit der Fürstenwürde beehrten ungar. Feldherrn und die Tapferkeit seines Heeres. Aber am zweyten Tage unterlag das kleine, in dem kritischen Momente von den Walachei! verlassene ungar. Heer der feindliche Übermacht (l8. und 19. Oct. 1443), die Flucht allein konnte das Leben des ungar. Heerführers retten. In Servien gefangen und von dem Despoten beynahe an den Sultan ausgeliefert, erlangte er dennoch auf Fürsprache der ungar. Stande seine Freyheit wieder, und ging sogar mit dem Despoten und seinem Eidame, dem Grafen von C i l l y , eine Familienverbindung ein. Lauter Jubel erhallte in Ungarn über H.'s Befreyung; er stärkte den Muth der Seinen, stellte feinen älteren Sohn als Geißel, und brachte dem Grafen C i l l y seine persönliche Empfindlichkeit zum Opfer. Mit den Türken ward ein Waf- fenstillstand geschlossen, und auch an dem Bündnisse der österreichischen Stände, den König Ladis laus der langen Vormundschaft endlich zu entreißen, nahm H. lebhaften Antheil. Aber der Anschlag, den Prinzen auf seiner italienischen Reise zur Flucht zu vermögen, ward vereitelt, und an den Urhebern bestraft; der Papst schleuderte voll Un- willens seine Bannstrahlen auf die verwegenen Barone Österreichs, und H. zauderte, bis Kaiser Friedrich sich dennoch nach seiner Rückkunft zur Herausgabe des Prinzen genöthigt sah (1452). Freylich hatte H. damit nichts gewonnen, denn Graf C i l l y , ein verworfener und laster- hafter Mann, und seit lange ein erbitterter Feind des H.'schen Hauses, bemächtigte sich sofort des Vertrauens des jugendlichen Königs. Nach einem Winkel von Siebenbürgen sollte der verdienstvolle H. zurückge- drängt, doch bis zu dem bequemsten Zeitpuncte noch geschmeichelt wer- den. So legte H. vor seinem Könige die Statthalterschaft nieder, und ward dafür zum Generalcapitän von Ungarn und Erbgrafen von B i- stricz ernannt. Noch waren seine Freunde zahlreich genug, ihn gegen die Nachstellungen Cil ly 's zu schützen. In seiner Würde bestätigt, schrieb er einen Reichstag aus, traf kräftige Maßregeln gegen die Türken, und eilte sofort, sie auszuführen. Erbrach mit der ungar. Hauptmacht in die Bulgarey ein, drang bis Ternowa, schlug den Feind, mußte sich aber zurückziehen, weil Graf C i l l y nach Ungarn einen Einfall unternommen hatte (1454). Er kehrte nach Demüthigung dieses Fein- des nach Servien zurück, zwang den Sultan Mah o met zur Aufhebung der Belagerung von Semendr ia, nahm den türkischen Vezier gefan? gen und drang von Neuem in die Bulgarey vor. Da unterbrach Graf Ci l ly seine Siege von Neuem, und unternahm einen zweyten Ein- fall in Croatien. Der Haß beyder Männer ward hiermit unversöhnlich. Zu schwach, im offenen Felde einen so muthigen Gegner zu stürzen, berei-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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