Seite - 209 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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die Pflegekräfte nach ihrer Wichtigkeit zu bewerten hatten. Diese Variab-
len wurden durch eine ausführliche Literaturrecherche (siehe die Kapitel 2
und 3) und qualitative Interviews mit Pflegekräften ermittelt und können
einem oder mehreren Dimensionen, die in Kapitel 4 ausführlich beschrieben
wurden, zugerechnet werden. Abschließend wurden Fragen zur Situation in
Österreich gestellt. Diese beinhalteten Angaben zur Arbeitsuche, Einrich-
tungen, in denen sie gearbeitet haben beziehungsweise derzeit arbeiten, zur
Qualifikationsanerkennung und schließlich zur möglichen Rückkehr in ihr
Heimatland. Eine Analyse der Situation in Österreich erfolgt in der Schluss-
folgerung dieses Kapitels.
Ein wesentliches Problem des Fragebogens soll an dieser Stelle noch erläu-
tert werden. Die große Anzahl an Pendlerlnnen, die in Österreich tätig sind,
aber in ihrem Herkunftsland leben, wurde zum Zeitpunkt der Erstellung des
Fragebogens unterschätzt. Die hohe Rücklaufquote dieser Gruppe resultiert
auch aus dem Fokus der Erhebung auf Wien und Niederösterreich, die vor
allem Pflegekräfte aus der Slowakei und aus der Tschechischen Republik be-
schäftigen. Dementsprechend wird eine getrennte Auswertung von permant
migrierten Personen und Pendlerlnnen vorgenommen. Gewisse Fragen, die
für Pendlerlnnen nicht zutreffen, werden nicht in die Analyse eingehen.
reich zu arbeiten. Bessere Karrieremöglichkeiten in Österreich. Bessere Wei-
terbildungschancen in Österreich. Arbeitsmöglichkeiten für (Ehe-)Partnerln in
Österreich. Bessere Ausbildungsmöglichkeiten für meine Kinder. Besserer Le-
bensstandard in Österreich. Politische Instabilität im Heimatland [z. B. Krieg].
Persönliche und politische Sicherheit in Österreich. Diskriminierung in der Hei-
mat [z. B. wegen Religionszugehörigkeit]. Anerkennungsmöglichkeiten meiner
Qualifikationen. Funktionierendes Gesundheitssystem in Österreich. Soziale
Sicherheit [z. B. Arbeitslosengeld] in Österreich. Verfolgung im Heimatland
[z.B. politische Verfolgung]. Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen.
(Ehe-)Partnerln lebte bereits in Osterreich. Andere Familienangehörige [außer
(Ehe-)Partnerln] lebten in Österreich. In Österreich lebten bereits viele Leute
aus meiner Heimat. Kollegen arbeiteten bereits in Österreich [z.B. im Kranken-
haus]. Unterstützung durch meine Kollegen in meiner Heimat. Unterstützung
durch meine Familie. Informationen zu Österreich [z. B. Wohnmöglichkeiten].
Freundlicher Empfang in Österreich [z.B. Hilfestellung bei der Einreise]. Mög-
lichkeit, eine Fremdsprache zu lernen. Berichte über Erfahrungen in Österreich
von anderen.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien