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1317 Robotik in der Pflege aus pflegewissenschaftlicher Perspektive Roboter – das sind autonome Systeme von menschenähnlicher Gestalt – wurden z. B. mit Blick auf Aspekte der „Bedienbarkeit“ und der „sprachlichen Interaktion“ untersucht. Die Probanden – darunter auch ältere Menschen, die zuvor noch keinen Kontakt mit Com- putern hatten – äußern durchaus Interesse und Zufriedenheit mit den eingesetzten Sys- temen (Louie et al. 2014; Ivari et al. 2013). Neben Humanoiden werden auch Roboter in Tiergestalt bei Seniorinnen und Senioren eingesetzt. Systematische Literaturreviews betonen hier das Potenzial zur Unterstützung von Menschen mit Demenz. Hervorgehoben wird die Möglichkeit einer Substitution von Tiertherapie durch robotische Systeme zur Verbesserung von Kommunikation, zur Förderung von Unabhängigkeit, zur Steigerung von Lebensqualität sowie zur Entlastung von pflegenden Angehörigen. Auch in diesem Zusammenhang wird allerdings auf die begrenzte methodische Güte der untersuchten Studien verwiesen (Huschilt und Clune 2012; Mordoch et al. 2013). Campbell (2012) konkretisiert, dass der Einsatz von Robotertieren die Kommunikationsfähigkeit von Men- schen mit Demenz fördern könne, bei gleichzeitig verringertem Allergiepotenzial und Pflegeaufwand im Vergleich zu lebenden Tieren. Öffentliche Aufmerksamkeit hat in Deutschland das System PARO erfahren, das mittlerweile in der achten Generation verfügbar ist und nicht zuletzt die Diskussion um den Einsatz von Emotionsrobotik im Umfeld demenziell erkrankter Menschen wesent- lich stimuliert hat. Auf der Homepage www.parorobots.com lassen sich die kommerziell eingefärbten Informationen zur Emotionsrobbe PARO nachlesen. Dort wird in Aussicht gestellt, dass der Stresspegel bei Patientinnen und Patienten sowie auch bei Pflegenden mit dem Einsatz von PARO reduziert und die Interaktion zwischen Patientinnen bzw. Patien- ten und Pflegenden verbessert werden kann. Mit dem System soll Entspannung gefördert und die soziale und psychische Situation insgesamt verbessert werden (Parobots 2017). Aus wissenschaftlicher Sicht sind einige der verzeichneten Aussagen allerdings zu relativieren. Unabhängig davon, ob PARO als Therapieroboter oder als sozio-assistives System zu systematisieren ist, leidet auch dieses wohl meist beforschte System aus dem Umfeld der Pflegerobotik darunter, dass die Güte der vorliegenden Studien umstritten ist: In wenig umfangreichen Studien wurden Fragen des Einflusses von PARO auf die Lebensqualität und Lebensfreude von Probanden erhoben (Moyle et al. 2015, 2013), Vergleiche mit weiteren robotischen Systemen angestellt (Robinson et al. 2013; Valenti Soler 2015), der Einfluss von PARO auf physiologische Parameter von Probanden gemessen (Robinson 2015) sowie Aspekte der Kommunikation und Interaktion in Kon- texten der Verwendung des Emotionsroboters untersucht (Sung et al. 2015). In die- sen Studien zeigen sich zwar überwiegend positive Effekte des Robotikeinsatzes, die erzielten Ergebnisse können jedoch in keiner Weise als repräsentativ bezeichnet werden (vgl. Robinson 2015; Sung et al. 2015). 7.3.2 Servicerobotik Robotische Unterstützung im sozio-assistiven Bereich ist von hoher Komplexität geprägt, nachhaltige Wirkungsnachweise sind daher bislang nur schwer zu erbringen.
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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