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24513 Robotik in der Gesundheitsversorgung: Hoffnungen, Befürchtungen … diese durch Robotik zu kompensieren, als jüngere Personen. Sie seien mit Computer- technik weniger vertraut, misstrauischer und ängstlicher gegenüber neuen Technologien und vertrauten weniger auf die Fähigkeiten von Robotern. In einer Studie zu einem sozial-interaktiven Roboter, der den Blutdruck misst, war jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den Altersgruppen unter und über 65 feststellbar (Kuo et al. 2009). Einen Einfluss des Geschlechts sehen Broadbent et al. (2010) im Interesse an Robotern. Frauen waren interessierter an der Interaktion und Verhaltensaspekten von Paro, während Männer sich mehr für die technischen Aspekte interessierten. Diese Unterschiede im Interesse konnten wir in Fokusgruppen ebenfalls feststellen. Beide Geschlechter sind Robotik gegenüber nicht grundsätzlich negativ eingestellt. Männer interessieren sich aber mehr für die technischen Fähigkeiten der Geräte und sind neu- gierig, diese zu erfahren. Frauen neigten dazu, eher nach dem praktischen Nutzen zu fragen. Bei Rekrutierungen, die wir in verschiedenen Projekten zu neuen Technologien durchgeführt haben, war es meist einfacher, Männer für die Gruppen zu finden als Frauen. In der oben erwähnten Studie von Kuo et al. (2009) waren Männer dem Blut- druck messenden Roboter gegenüber signifikant positiver eingestellt als die Frauen. Letztendlich stellt sich die Frage, ob die in Befragungen festgestellten Akzeptanz- unterschiede von Alter als auch Geschlecht nicht eher erfahrungsbedingt sind. Vor- erfahrung mit Technik als auch die spezielle Erfahrung mit der neuen Technologie wirken sich stark auf die Akzeptanz aus. Eine Kritik an den oben erläuterten Modellen ist die Vernachlässigung der Kultur. Sie kann dem sozialen Einfluss zugerechnet werden, prägt aber nicht nur das Image einer Technologie und die soziale Anerkennung der Nutzenden, sondern auch die Einstellung des Nutzers oder der Nutzerin. Deutlich wird dies, wenn man z. B. Japan mit Europa ver- gleicht. In Japan werden Roboter grundsätzlich positiv aufgenommen und als „beseelt“ wahrgenommen. In Europa begegnet man ihnen eher mit Skepsis, Angst und Abwehr und fürchtet, dass die Maschinen die Kontrolle über den Menschen gewinnen könnten (Lau et al. 2009). 13.7 Zusammenfassung Grundsätzlich besteht in den verschiedenen Nutzergruppen ein Interesse an Robotik und eine generelle Bereitschaft für den Einsatz, wenn verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Dabei sind die Anforderungen an die Funktionalität, Nützlichkeit und Benutzer- freundlichkeit der Geräte und an die Rahmenbedingungen hoch. Ängste und ethische Bedenken wie der befürchtete Verlust an zwischenmenschlichem Kontakt müssen ernst genommen und Bedingungen für den Einsatz von Robotik in der Gesellschaft diskutiert werden. Über den Einsatz in einer konkreten Situation muss jeweils individuell ent- schieden und Alternativen müssen geboten werden. Positive Erfahrungen mit einer neuen Technologie besonders im Hinblick auf Nützlichkeit und Benutzerfreundlichkeit sind ausschlaggebend für die Akzeptanz, die wiederum von zahlreichen anderen Faktoren beeinflusst wird.
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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