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120 REfLExIvER KoSMoPoLITANISMUS
4. Wenn du gewinnst und ein Ziel erreichst, ist das gerecht?
5. Ist für etwas ein Recht eingeräumt bekommen und eine Sache verdienen dassel-
be? Wenn du für etwas ein Recht eingeräumt bekommst, ist das gerecht?
aktivität: Was sind Kriterien, um gerecht zu handeln?34
Wir alle stimmen dahingehend überein, dass Menschen gerecht behandelt wer-
den sollten, aber was ist Gerechtigkeit? Wir stimmen auch alle überein, dass wir
alle Regeln für ein „Fair Play“ befolgen sollten, doch was meinen wir mit „Fair
Play“? Dies ist eine Chance über Kriterien zu reflektieren, wie man eine gerech-
te Verteilung sicherstellen kann. Wir haben an den Ideen des Verdienstes und
Bedürfnisses gearbeitet und wir beziehen uns bei der Idee von Gerechtigkeit
auf Fairness sowie auf Unvoreingenommenheit und Vorurteilslosigkeit. Was re-
levante, individuelle Unterschiede anbelangt, sollten wir alle gleich behandeln
und alle gleichermaßen respektieren.
• Nehmen Sie einen Sack voller Süßigkeiten und legen Sie diesen in die Mitte des
Raumes. Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler: „Wie können wir diese Süßig-
keiten auf gerechte Weise verteilen?“
• Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler nach unterschiedlichen Kriterien. Sie
können die folgende Übung durchführen, um über Situationen, die eine Vertei-
lungsproblematik beinhalten, nachzudenken.
1. Ist gleichmäßiges Teilen immer gerecht?
2. Erzählen Sie den Schülerinnen und Schülern ein Beispiel, das sich in einer
anderen Klasse zugetragen hat: Nachdem Sie mit Schülerinnen und Schülern
über die gerechte Verteilung von Süßigkeiten diskutiert hatten, waren alle der
Meinung, dass alle gleich behandelt werden sollten und jedes Kind gleich viel
Süßigkeiten erhalten sollte. Dann mussten Sie für einige Minuten die Klasse
verlassen und ließen die Packung mit den Süßigkeiten auf Ihrem Schreibtisch
liegen. Als Sie wieder in die Klasse kamen, war die Packung leer. Alle Schüle-
rinnen und Schüler hatten sich auf die Süßigkeiten gestürzt und die Stärkeren
und Schnelleren nahmen sich mehr Süßigkeiten als die anderen. Manche be-
kamen sogar nichts. Schließlich erzählen Sie, was Sie gemacht hatten, als sie
wieder in die Klasse kamen und sahen, was passiert war, nämlich dass Sie jede
einzelne Schülerin bzw. jeden einzelnen Schüler gebeten haben, eine Süßigkeit
zurückzulegen, da Sie gerecht sein und alle gleich behandeln wollten. War das
gerecht?
3. Was wäre, wenn es Kinder gibt, die Süßigkeiten nicht mögen? Wenden wir
dennoch das Kriterium der gerechten Verteilung an?
4. Und wenn es Kinder gibt, die Süßigkeiten sehr gerne mögen? Wenden wir
dennoch das Kriterium der gerechten Verteilung an?
5. Und wenn es Kinder gibt, die keine Süßigkeiten essen dürfen? Wenden wir
dennoch das Kriterium der gerechten Verteilung an?
• Sie könnten Ihre Schülerinnen und Schüler bitten, eine Liste von Kriterien oder
Regeln zur gerechten Verteilung aufzuschreiben und diese anschließend in der
34 Basierend auf dem Handbuch Ethical Inquiry, Chapter 4, Episode 14 von Lipman, Matthew; Sharp, Ann
Margaret: Ethical Inquiry. Instructional Manual to Accompany LISA. Institute for the Advancement of
Philosophy for Children with University Press of America, Boston 1985.
Reflexiver Kosmopolitanismus
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Titel
- Reflexiver Kosmopolitanismus
- Untertitel
- Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
- Herausgeber
- Ediciones La Rectoral
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-SA 4.0
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 190
- Kategorien
- Lehrbücher PEACE Projekt