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erklimmt,konntennichteinmaldievielenGegnerbestreiten,die sichderFehde-
lustigedurchseineehrlicheDraufgängereizugezogenhatte.“223
4.2 Schaukal inAnthologien
InRichardSchaukalsNachlass findensichnebenBriefenundVerträgenzuÜber-
setzungsprojekten auch zahlreiche Anfragen von Schulbuch-Herausgebern, die
in erster Linie umAbdruckgenehmigungen für seineGedichte ansuchten. Diese
Ansuchen nahmen vor allem nach der Gründung der Ersten Republik zu. Zum
einenmögen der formbewusste Stil, die inhaltliche Zugänglichkeit und literatur-
historische Verankerung von Schaukals Lyrik die Herausgeber zur Veröffentli-
chungderGedichtebewogenhaben.NebendenpoetologischenGründenspielten
gewiss auch ideologischeFaktoren eineRolle für daskleine ‚Schaukal-Revival‘ in
Schulbuchformat. Bereits 1908 war der Dichter gemeinsammit Hugo von Hof-
mannsthal undKarl Schönherr (1867–1943) als literarischer Beirat an derMittel-
schulreformbeteiligt.224
Mit Beginn der Ersten Republik setzten innovative bildungspolitische Ini-
tiativen ein, die unter anderem denAusbau des Schulwesens betrafen, wobei
es „auf demGebiet der Schulpolitik [. . .] zu erbitterten Kämpfen zwischen ka-
tholischerKircheundSozialdemokratie“kam.225Aufgrundder sozialenLage in
der Nachkriegszeit war es nichtmöglich, eine Preiserhöhung für Schulbücher
durchzusetzen, obwohl dies die Buchhändlerfunktionäre anstrebten. Das Ver-
marktungsvolumen wäre beträchtlich gewesen, bewirkten die Schulreformen
doch eine steigendeNachfrage und erhöhte Produktion an Lehrwerken.226 Die
schulpolitische Situation, mit der auch Veränderungen im Verlagswesen und
Buchhandeleinhergingen, führtezudererstaunlichenSituation,dassSchaukal
zwar von der lesendenÖffentlichkeit und im literarischen Feld der Zwischen-
kriegszeit sukzessive weniger rezipiert wurde, jedoch zum Unterrichtsgegen-
standundsomit zumindest imschulischenUmfeldkeineswegsseltenergelesen
wurde.
223 Černy:RichardSchaukal.Zuseinem50.Geburtstage,S.5.
224 Vgl. [Anon.]: Die Mittelschulreform. In: NeuesWiener Tagblatt, Nr. 17/1908 (18. Januar
1908), S. 4–5,hier S. 4.Bei jenerReformgingesumdieAngleichungderLehrplänevonGym-
nasiumundRealschule sowie umeineAusdehnungder Realschule auf acht Jahre, vgl. Hans
Altenhuber:DieGeschichtedesFachesPädagogikanderphilosophischenFakultätderUniver-
sitätWienvon1850bis 1922.Diss.Univ.Wien, 1949,S. 117undS. 121.
225 Bachleitner/Eybl/Fischer:DieGeschichtedesBuchhandels inÖsterreich,S. 247.
226 Vgl.Bachleitner/Eybl/Fischer:DieGeschichtedesBuchhandels inÖsterreich,S. 269–270.
4 Übersetzer-undAnthologiennetzwerke 149
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Titel
- Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Autor
- Cornelius Mitterer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-061823-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 312
- Kategorien
- Weiteres Belletristik