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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Endeder 1930er Jahrebuchstäblichum jedesMitgliedkämpfte, Zahlungserinne- rungenaussendenundnachdenGründenfürdiesichmehrendenAustritte fahn- den ließ.ZähltedieGesellschaft zumJahresende1929noch220Mitglieder,belief sichdieZahlam9.März1940aufnurmehr70Personen.318Nichtwenigebegrün- deten ihren Austritt mit Schaukals Ablehnung des Dritten Reichs. Tatsächlich standdieGesellschaft spätestensseit 1940unterBeobachtungderNSDAP,wieder GeschäftsführerRudolfAckermann in einemBericht über die imKlubzimmerdes Arkaden-Cafés inderStadiongasse 2 stattfindendenVollversammlungenSchaukal mitteilte.319 Aus politischen Gründen sowie wegen der Homogenität der Gruppe und ihres zueingeschränktenWirkungskreises auf ohnehinmit Schaukal verbun- deneAkteurekonntedieGesellschaftdasdichterischeWirken ihresProtegésnicht sonderlicherfolgreichpropagieren. Anders verhielt es sichmit den informellen und nicht-institutionalisierten Netzwerken, indenensichSchaukalvordemKriegbewegthatte. 6 SchaukalsNetzwerktätigkeitenalsKanon-Agent SchaukalsPositionundStellenwertalsKritikerwarmitseinemWirkenalsLitera- turvermittler verbunden. Dichter suchten den Kontakt zu ihm, umBekanntheit zu erlangenoderumsichmit ihmauf einenKanon zuverständigen. Kanonisie- rungsprozesseunddieBausteineeinesNetzwerkes (Umwelt,Kognitionen, Interes- sen,StrukturdesNetzwerkesundHandlungen) stehenimWechselverhältnis. Richard Schaukals Agieren im Kontext der Kanonherstellung um 1900 ist ähnlich komplex wie die Kanonisierungsprozesse an sich, was auf seine zum Teil sich ergänzende, stellenweise aber auchwidersprechendeAuffassung, Tä- tigkeit und Position als Kritiker, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und, nicht zu vergessen, Biograph zurückzuführen ist. Seine ästhetische Vielseitig- keit zeigt sich am eindrucksvollsten in den essayistischen Beiträgen, die den versierten Leser undKenner zeitgenössischer europäischer Literatur zu erken- nengeben. SchaukalsKritiken sind thematischbreit gefächert und reflektieren einepochenübergreifendesSpektrumeuropäischerKunstundLiteratur. In den 1890er Jahren begann er, kritische Beiträge über Marcel Prévost (1862–1941),PeterNansen(1861–1918),GabrieleD’AnnunzioundFelixHolländer 318 Die Liste befindet sichwie alles weitereMaterial zur Gesellschaft im Schaukal-Nachlass derWienbibliothek. 319 Vgl.denBriefAckermannsanSchaukal, 11.März1940,S-NL,WB. 172 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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