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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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denwenigen, die Schaukals Tendenz zur Neuromantik, von der dieser sich eigentlich lossagte,offenansprechendurften.Wahrscheinlichauchdeshalb, weilKubinselbstPoe (1809–1849),HoffmannundWilliamBlake (1757–1827) zu seinen „Wahlverwandten“ zählte,344 sich aber auchbemühte, die roman- tische Ausprägung in eine „Kubinsche Klassik“ zu überführen, worunter eineReduktiondesStils zuverstehen ist,dieauchaufeinensichverschlech- terndenZustandseinerAugenzurückzuführenwar: [M]it demÄlterwerdenmacht sich eineWandlung inmeiner ganzenRomantik auf deut- lichste bemerkbar. Das Problematische tritt immer mehr zurück, der Ausdruck strebt immer reinereHarmoniean.– IcherlebeeinfachdieKlassikmeinerRomantikgewißund sosolls sein:EineKubinscheKlassik!345 NachdemKubin Schaukals Kapellmeister Kreisler. Dreizehn Vigilien aus einem Künstlerdasein erhalten hatte, schwärmte er: „In seiner Totalität ist esmir das Liebsteunter IhrenWerken.Es isteminentschönundebensogroßeineneuzeit- licheRomantikvonungewöhnlichemZauber.“346 SchaukalsVerbindungzuKubin regt zunetzwerktheoretischenÜberlegun- gen an, die– abgesehen von persönlichen Sympathien– erklären,warumge- radedieserKontaktBestandhatte. InersterLiniesahSchaukal inKubinkeinen Konkurrenten im literarischenFeld, obwohl dieser sichalsBuchillustratorund Autornicht erfolglosdarinbewegte. Indenersten zwei Jahren ihrerBeziehung nahm Schaukal die Rolle des verständigen Kunstkritikers ein, der Kubin von seiner Expertise überzeugen konnte. Das Vertrauen des Künstlers hatte Schaukalmit einemam3. Januar 1903 inderWienerZeitungerschienenenAuf- satz gewonnen: „Geradezu frappiert bin ichüberdies schlagend richtigeErfas- senmeinerkünstlerischenPersönlichkeitundProduction“, schrieb ihmwenige TagespäterKubin.347 Auf der Basis von Schaukals kulturellemKapital vertrauteKubin ihmsogar InformationenüberdieBewertung („nachKlasse0und I“) unddenVerkauf sei- nerGraphikenanundnutzte somit auchdasSozialkapital desMinisterialbeam- ten (dieKontakte), umökonomischesKapital zugenerieren.348 Schaukal, der im 344 Vgl.Koweindl:AlfredKubinundRichardvonSchaukal,S.41. 345 Brief Kubins an Schaukal, 16. Dezember 1905, S-NL,WB. Das Zitat findet sich auch bei Koweindl:AlfredKubinundRichardvonSchaukal,S.41. 346 Brief Kubins an Schaukal, 13. Juni 1906, S-NL, WB; Hervorh. im Orig. durch Unter- streichung. 347 BriefKubins anSchaukal, 8. Januar 1903.DasZitat findet sichauchbeiKoweindl:Alfred KubinundRichardvonSchaukal,S. 29. 348 Koweindl:AlfredKubinundRichardvonSchaukal,S. 30. 7 PositionenundNetzwerkederNeuromantik 179
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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