Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 180 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 180 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Bild der Seite - 180 -

Bild der Seite - 180 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Text der Seite - 180 -

ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts imAbstandvonwenigen Jahren regelmä- ßigdienstlichbefördertwurde, frequentierte die geeignetenAbnehmerkreise. Er selbst konnte in jenen Kreisen symbolische Statusgewinne verbuchen und den KontaktzuKubin,deraufSchaukalsMittlerdienstevertraute, festigen. Immer wieder diskutierten Schaukal und Kubin die Möglichkeit einer Zusammenarbeit. Der Maler avancierte zu einem der gefragtesten Buchillus- tratoren im deutschen Sprachraum, der unter anderem Übersetzungen von Poe undDostojewski (1821–1881) sowieWerke von ThomasMannund E.T.A. Hoffmann graphisch gestaltete. Hoffmann ist die Konstante im Briefwechsel zwischen Schaukal und Kubin, die Präferenz (Kognition) wirkte sich auf die Netzwerkstrukturaus (KontaktzuanderenHoffmann-Enthusiasten)undgene- rierteHandlungspläne (künstlerische Zusammenarbeit, die aber nie zustande kam). Der Ausbruch des ErstenWeltkrieges markierte für Kubins Schaffen und seinemateriellenErfolgeeineKrise: Reinpersönlichbin ichaugenblicklich, undaufunbestimmteZeit hin,materiell ruiniert. IchverdienekeinenPfennigalleWerkedie ichanVerlagegelieferthabesind in ihrerHer- ausgabe auf unbestimmte Dauer verschoben, desgleichen alle Pläne, Absichten für die Zukunft, auchForderungenundContrakte sind zur Zeit uneinbringlich.Meine 3Ausstel- lungenwerdenüberhauptnichtbesucht [. . .].349 VonAnbeginngeißelteKubindenKriegals„schrecklicheZeit“.350 ImApril 1915 schreibt er Schaukal: „Mir ist der Frühling verdorbendurchdengeistigenAas- geruch den ich überall wittere. Ich begreife nichts vomKrieg, kannüberhaupt kein Volk hassen und eswirdmir übelwenn ich näher nachdenkewie es zu- geht.“351 Gleichwohl hatte er imVorjahr nochSchaukals kriegerischeGedichte gelobt,352 die dieser auf denMarkt zu werfen begann. Sie waren als patrioti- scher Akt gedacht, folgten aber auch einer merkantilen Strategie, die aus SchaukaldannzuKriegsbeginn tatsächlicheinenvielgelesenenundbeiVeran- staltungenoftvorgetragenenDichtermachten. Am 1. November 1914 trat Kubinmit demaus der ökonomischenNotlage geborenenVorschlag anSchaukal heran, einen illustrierten Sammelbandmit 349 BriefKubins anSchaukal, 19. September 1914, S-NL,WB;Hervorh. imOrig. durchUnter- streichung. 350 BriefKubinsanSchaukal, 19.September1914,S-NL,WB. 351 Brief Kubins an Schaukal, 9. April 1915, S-NL, WB; Hervorh. im Orig. durch Unter- streichung. 352 Vgl.denBriefKubinsanSchaukal 19.September1914,S-NL,WB. 180 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
zurück zum  Buch Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne"
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne