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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 183 -
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ÜbergriffemiteinemlakonischenBekenntniszurPhilanthropie.361EinigeMonate später reagierteBrodaufSchaukalsPolemik,der„jüdischeIntellektualismus“sei eklektizistisch, mit einer Gleichsetzung von jüdischer Kunst und „deutscher Gemütsromantik“.362 Indie JahredesBriefwechsels fallenentscheidendeVeränderungen inMax BrodsSchriftstellekarriere, dieSchaukal, dermit ähnlichenberuflichenProble- menhadertewieder inPrag tätigeKollege,nichtgleichgültig ließen.Brodquit- tierte 1907 den Staatsdienst, widmete sich 1908 ganz seinem Roman Schloß Nornepygge, gewannalsKritiker anBedeutungund trat schließlich regelmäßig alsVortragender inErscheinung.363 Eine ähnliche Inversion der Rollen– vomBewunderer zumErfolgsautor– ereignete sich imKontaktmit HermannHesse. Die ThemenHonorar, persönli- ches Glück und Erfolg nahmen darin einigen Raum ein, was Hesse bisweilen befremdete. Dies wirdmit Blick auf den Grund seinerWertschätzung für den älteren Dichter plausibel; in der Sammlung Plauderabende (1897) beschreibt Hesse,was ihnanSchaukal so faszinierte: Schaukalwirdnie eine lauteMengeentzünden, seineVersewerdennie in’sLebengehen und inHerzenundSchicksalegreifen.Siewollendasauchnicht.Sie liebenes,aufTeppi- chenzugehen [. . .]. Lyrik fürLyriker.Kunst fürKünstler. Ich liebeSchaukaldeshalb [. . .]. Ein solcherKünstler entsagt vonAnfanganderLiebederVielen,dembreitenRuhm,den begeisterten Rufen der Masse, [. . .] Schaukal ist jung und warmblütig und liebt das Leben.Wiekönnteerunssonstsooftmalsmit süßbekanntenTönentreffen!364 Der Ruhm sei nicht ausschlaggebend für sein Dichterglück, so Hesse 1904 in einemBrief an Schaukal, in dem er seinemösterreichischenKollegen in einer ironischenPointedieHälfte seinerLeseranbot,umdanndasSchreibenmitder eindringlichenBitte zu schließen: „BleibenSiemir gut!Warumsoll nicht auch Ihnen irgend ein rascher Erfolg blühen?! Niemandwünscht diesmehr als Ihr H.Hesse“.365 Schaukalmimte impostalischenGesprächdengeschäftskundigenSchriftstel- ler, der sich, alsHesse seineEinnahmenoffenundbeinahegleichgültigmitteilte, überdiegeringeSummewunderte.Undergestand,dasser„lautgelächelt“habe, 361 BriefBrodsanSchaukal, 29. Januar1907,S-NL,WB. 362 BriefBrodsanSchaukal,6.April 1907,S-NL,WB. 363 Vgl. indergenanntenReihenfolgederEreignissedieBriefeBrodsanSchaukalvom3.Ok- tober1907,6.April 1908,11.Dezember1908und5.Februar1909,S-NL,WB. 364 HermannHesse: Plauderabende. In:Hesse: SämtlicheWerke.Bd. 1: Jugendschriften.Hg. vonVolkerMichels.FrankfurtamMain2001,S. 115–141,hierS. 122–123. 365 BriefHessesanSchaukal, 11.September1904,S-NL,WB. 7 PositionenundNetzwerkederNeuromantik 183
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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