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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 184 -
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übermichnämlichdenSie vor Jahren so freundlichgewissermaßenals einenbekannten „Autor“ ansprachenundder heute frohwäre [. . .], wennSie ihmeinen verehrlichenKli- quenverbande(sieheNeueRundschau,sieheNeuefreiePresse, sieheZeit, sieheVelhagen u.Clasing,sieheZukunftu.s.w.)gewissermaßengarantierten [. . .].366 Während Hesse und Schaukal einander vermutlich nie persönlich begegnet sind, obwohl Schaukal 1908 einemLeseabend des jüngeren Kollegen inWien inkognito beiwohnte, kam es im Februar 1909 zu einemTreffenmit Brod, der für eine Dichterlesung in die Hauptstadt gekommenwar. Er wisse zwar, dass „eseinallzugroßesOpfer fürSie,wie ichmeine, [bedeute], unterLiteraten sich zu zeigen“, antizipierte Brod Schaukals Absage. Doch er wollte nichts unver- sucht lassenundihndennochzuseinerLesungeinladen.367 Max Brods Bitte an Schaukal, dieser möge für das „Jahrbuch für Dicht- kunst“ArkadiaunveröffentlichteGedichteoderNovellenzurVerfügungstellen, markierte den Schlusspunkt des postalischen Austauschs. Das 1913 veröffent- lichte JahrbuchvereinteBeiträge vonRobertWalser (1878–1956), RobertMusil, Otto Stoessl und anderen; dieseNamen listete Brod auch in seinemSchreiben an Schaukal auf, wohl um ihn von der Qualität des Jahrbuchs zu überzeu- gen.368Vielleicht erwähnteBrodaus SorgeumdessenantisemitischeReaktion nicht, dass auchFranzKafkasDasUrteil sowieBeiträge vonFranzWerfel,Max Mell,KurtTucholsky (1890–1935)undHansJanowitz (1890–1954) inArkadiaer- scheinensollten. Schaukal stellte zwarGedichte zurVerfügung,docheskam– aus nicht zu eruierenden Gründen – zu keiner Veröffentlichung in der Zeit- schrift, die sichnicht einer literarischenGruppe, sonderndemeinzelnenDich- terverpflichtet sah.369 Rückblickend fällt Brod ein schmeichelhaftes und nicht ganz zutreffendes Urteilüberden„hervorragendenLyriker“, den„völlig in sichgeschlossenen, ei- genartigenRichardSchaukal“,370der„zu jenerkleinenGruppeunterdenSude- tendeutschen [gehörte], die den Einflüsterungen des Antisemitismus und des FaschismuskräftigWiderstandgeleistet“hätten.371 In seinenErinnerungenbringt BrodseinenehemaligenBrieffreundmit einerDichterin inVerbindung,die er ge- meinsammit Bertha vonSuttner (1843–1914) undBoženaNemčova (1820–1862) zuden frühenEinflussgeberinnendesPragerKreises zählte. Ehrfürchtigerinnert 366 BriefSchaukalsanHesse, 13.September1904,H-NL,LAM. 367 BriefBrodsanSchaukal,5.Februar 1909,S-NL,WB. 368 Vgl.denBriefBrodsanSchaukal, 29.September1912,S-NL,WB. 369 Vgl.denBriefBrodsanSchaukal, 29.September1912,S-NL,WB. 370 MaxBrod:DerPragerKreis.Göttingen2016,S.98. 371 Brod:DerPragerKreis,S. 277. 184 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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