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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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DesWeiteren wurde die (nie realisierte) Herausgabe eines Musenalmanachs bei Schuster&Löfflerdiskutiert, demVerlagneuromantischerAusrichtung,derunter anderemauchLiliencron,DehmelundBierbaumpublizierte.396 Obwohl die Verbindung zwischen Schaukal undRilke ein symmetrischer Austausch von zwar geringer Dichte, aber mit nicht unerheblichem Nutzen für beideSeitenwar (Wissenstransfer undLiteraturkritiken), bliebdieKorres- pondenzkühlundwurdebald schonvon literarischenMeinungsverschieden- heiten getrübt. Die gemeinsamenBekanntschaftenmit HeinrichVogeler, den Rilke inWorpswede besuchte, undmit der schwedischen Schriftstellerin und Reformpädagogin Ellen Key (1849–1926) geben zwischen 1902 und 1905 An- lass zu freundlichen, aberoberflächlichenGrußsendungen.WieauchThomas Mann, der sich von der Verpflichtung entbinden ließ, eine Rezension über Schaukal zu verfassen, klagte imSommer 1904der ebenfalls darumgebetene Rilke: Mir fällt dasSchreiben„über“mit jedemTagschwerer,derKreiswird immerkleiner,und schließlichwird es nur zwei oder drei Dinge geben, über die ichmich zu schreiben ge- trauenwerde,undunterdiesenDingenwerdenwohlkeineBücher sein.Aberwiegesagt, ichwill esdiesmalversuchen.397 Ein Jahr späterwar die Pflicht dennoch erfüllt, Rilke besprach Schaukals 1904 im Insel-VerlagerschieneneSammlungAusgewählteGedichte inFormeinesof- fenenBriefesaufzurückhaltende,einklaresUrteil scheuendeArtundWeise: LieberHerr Schaukal [. . .],wenn ichauch– inder zweitenAbtheilung IhreBuches–wie in einem Saal des Louvre ausruhe, jedesmal, wennmein Blick sich hebt, Bedeutendem begegnend;wenn ich Ihnenauchdanke für allDaswie fürEtwas,dasSiegerademir ge- geben haben, so weiß ich doch, lieber Herr Schaukal, – nein, ich weiß nicht, wer Sie sind. IhrePersönlichkeit [. . .] entzieht sichmir.398 Nach dem Erscheinen der Kritik in HerwarthWaldens Zeitschrift Die Zukunft sah Rilke sich verpflichtet, Schaukal einen erklärenden Brief nachzureichen: „[J]eneFormdesoffenenBriefes [wurde] fürdieAnzeigegewählt,umanzudeu- ten, daß es sichnur ummein allerpersönlichstesVerhältnis zu Ihnenhandelt, ummeinUnvermögen,SiealsGestalt zuerkennenund festzuhalten,ummeine Ungeschicklichkeit,wennSiewollen.“399 396 Vgl.denBriefRilkesanSchaukal, 18.Mai 1897,S-NL,WB. 397 BriefRilkesanSchaukal, 2.August 1904,S-NL,WB. 398 Rilke:AusgewählteGedichte.VonRichardSchaukal,S. 39. 399 BriefRilkesanSchaukal, 11.April 1905,S-NL,WB. 190 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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