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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Einleitende Überlegungen 15 und deutschsprachigen Raum entwickelte sich eine besondere Aufmerksamkeit und Sensibilität, verbunden mit einer sprachlich vielgestaltigen Presse-Land- schaft in Wien, Prag, Lemberg oder Czernowitz und einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit beziehungsweise Rezeption von russischen Themen in literarischen Texten, aber auch in anderen Künsten. Man denke hier nur an so unterschiedliche Autoren wie Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal oder Robert Musil mit ihren einschlägigen Tagebuchnotizen oder Kritiken, an Hermann Broch, Heimito von Doderer, Rudolf J.  Kreutz, Robert Müller, Leo Perutz, Joseph Roth oder Stefan Zweig mit ihren essayistischen und narrativen Texten,13 ferner an Otto Heller, Leo Lania, Fritz Rosenfeld, Arthur Rundt bezie- hungsweise an Lili Körber mit filmisch interessanten Rezeptionszeugnissen oder authentischen Russland-Berichten. Bei aller Differenz vereint sie das Faktum, in verschiedenen Phasen ihrer schriftstellerischen Arbeit russische Themen unter mitunter erstaunlich „russophilen“ Perspektiven exploriert, kritisch rezipiert beziehungsweise dargelegt zu haben. Man wird also die These formulieren dürfen, dass ein kulturwissenschaft- lich unvoreingenommener Blick auf Österreich in der Zwischenkriegszeit um die vielfältigen Kulturtransfer- und Rezeptionsbeziehungen mit Russland nicht umhinkommen kann. Außerhalb des im engeren Sinn Politischen, aber auch nicht völlig ablösbar von ihm, sind daher nicht nur die bereits angesprochenen Interessenslagen bürgerlicher AutorInnen und KünstlerInnen zu sehen, son- dern vor allem jene, die sich auf Verbindungen von revolutionärer Umgestal- tung und revolutionär-avantgardistischer Kunst fokussierten, um zum Beispiel an Aspekten wie Funktionalismus, Rhythmus oder Maschinenkunst neue Wege 13 Vgl. den Russland-Abschnitt in:  Hugo von Hofmannsthal:  Leben  – Werk  – Wirkung. Hg. von Mathias Mayer u.  Julian Werlik. Stuttgart:  Metzler 2016, S.  110f. Zu Bahr und Müller vgl. Primus-Heinz Kucher:  Zwischen ‚West-östlichem Barock‘ und Dämoni- sierung/Asiatisierung des Ostens. Strategien literarischer Anverwandlung des frem- den Ostens bei Hermann Bahr und Robert Müller. In:  Dagmar Lorenz/Ingrid Spörk (Hgg.):  Konzept Osteuropa. Der ‚Osten‘ als Konstrukt der Fremd- und Eigenbestim- mung in deutschsprachigen Texten des 19. und 20.  Jahrhunderts. Würzburg:  Königs- hausen & Neumann 2011, S.  131–146. Zu Kreutz sei an dessen Band Der vereitelte Weltuntergang (1919) erinnert, der mehrere Russland- bzw. Sibirientexte enthält, zu Broch, wie bereits angeführt, auf seinen Essay Konstitutionelle Diktatur als demokra- tisches Rätesystem (vgl. Anm. 5)  sowie an vereinzelte Eintragungen in seinem Tees- dorfer Tagebuch für Ea von Allesch (1920), hg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a.M.:  Suhrkamp 1995. Zur wechselseitigen Rezeption von Wiener und Russischer Moderne vgl. auch Gennady Vasilyev:  Wiener Moderne:  Diskurse und Rezeption in Russland. Berlin:  Frank & Timme 2015, bes. Kap.  4, S.  359–402.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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