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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 329 -
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Vera Faber Neues Bauen in einem Neuen Wien? Österreich und der sowjetische Konstruktivismus Abstract: The following contribution explores relations between Austrian and Russian contemporary concepts in architecture and living space planning. Regardless of more intensive exchanges with German colleagues, Richard Neutra was one of the few architects perceived also in Soviet Union, but rather as an “American” for he lived in the United States since 1923. Margarethe  Schütte-Lihotsky and her minimalistic-functionalist ideas will also be compared to Russian concepts. 1 Einleitung In den 1920er Jahren zählte die Internationalisierung der Kunst zu den wich- tigsten Grundsätzen der Avantgarde. Die bereits vom Futurismus proklamierte Überschreitung von Gattungsgrenzen (Intermedialität) wurde im Konstrukti- vismus durch die Internationalität, die Transgression von sprachlichen, kultu- rellen und politischen Grenzen, ergänzt. Der Konstruktivismus war somit die erste Strömung der Avantgarde, die dezidiert versuchte, Künstler aus Ost und West in einen produktiven wechselseitigen Diskurs und Austausch zu bringen. Das westeuropäische1 Ausland wurde in der Sowjetunion vor allem in der Zwi- schenkriegszeit intensiv rezipiert. Auch in der Architektur sorgte die Vernet- zung der konstruktivistischen Gruppierungen dafür, dass es zu einem lebhaften Austausch zwischen Ost und West kam, sodass der russische Konstruktivismus einen bedeutenden Einfluss auf westeuropäische Strömungen hatte, die umge- kehrt wiederum auch in Russland rezipiert wurden. Neben der international relativ bekannten russischen Zeitschrift Sovremennaja Architektura (dt. Archi- tektur der Gegenwart), die zwischen 1926 und 1930 in Moskau erschien, nah- men sowjetukrainische Avantgarde-Zeitschriften im Kontext der Rezeption westeuropäischer Avantgarden ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Im Gegensatz zu anderen europäischen Metropolen wurde Wien in sowjetischen Medien jedoch nur marginal wahrgenommen. Aus Sicht vieler sowjetischer Künstler konnte sich Wien kaum als Teil des internationalen Netzwerks positionieren, 1 Die (rhetorische) Trennung Europas in „Ost-“ und „Westeuropa“ war in der Zwischen- kriegszeit in Kunst und Literatur stark präsent.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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