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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Vera Faber340 gelungene Umsetzung von Flachdächern, was im Beitrag mit detailreichen Kons- truktionsskizzen untermauert wird.41 Sowohl die typografische Gestaltung als auch der Umfang der jeweiligen Antworten machen deutlich, welche Relevanz den jeweiligen Architekten vonseiten der Sovremennaja Architektura zugestan- den wurde:  Während Josef Hoffmanns Beitrag, der für das Flachdach jedenfalls den Einsatz von Zink empfiehlt, lediglich als kurze Randnotiz erscheint,42 nimmt die Rückmeldung Le Corbusiers mit knapp zwei Seiten mehr Raum als alle ande- ren ein und wird zudem in einer deutlich größeren Schrift gesetzt.43 Die  – in diesem Fall über die Gestaltung transportierte  – Zuweisung von Relevanz resp. Marginalität wird von der OSA auch im Rahmen der Ersten Aus- stellung der Zeitgenössischen Architektur (russ. Pervaja vystavka sovremennoj architektury) fortgesetzt, die 1927 in Moskau stattgefunden hat und neben der Stuttgarter Schau zur Weißenhofsiedlung zu den wichtigsten internationalen Foren für das „Neue Bauen“ zählt. Während in Moskau Aussteller aus Deutsch- land, Holland, Polen, Frankreich, Belgien und der Schweiz als wichtigste Vertre- ter der internationalen konstruktivistischen und funktionalistischen Architektur präsentiert wurden, war kein österreichischer Architekt an der Ausstellung betei- ligt.44 Umgekehrt sollte es wiederum in Wien, wo 1926 der Internationale Woh- nungs- und Städtebaukongress stattfand, den offiziellen Vorberichten zufolge zumindest planmäßig zu keiner russischen Partizipation kommen.45 Ungeachtet dessen berichtete die Sovremennaja Architektura davon, dass die OSA während des Kongresses Strategien „im Kampf um die Beseitigung der Wohnungsnot, die Schaffung von gesunden und normalen Lebensbedingungen sowie die Stärkung des Neuen Lebens“46 vorgebracht hätte. 41 Vgl. D. Markov:  Anketa. O ploskoj kryše [Umfrage. Zum flachen Dach]. In:  Sovre- mennaja Architektura, Nr.  4/1926, S.  98–103, zit. S.  101. 42 Vgl. ebd., S.  100. 43 Vgl. ebd., S.  102f. 44 Für einen vollständigen Überblick über die Aussteller vgl. Zygas, OSA’s 1927 Exhibi- tion, S.  102. 45 Die Teilnehmer setzten sich eher aus Funktionsträgern als aus Ingenieuren bzw. Architekten zusammen (vgl. Internationaler Verband für Wohnungswesen, Städte- bau und Raumordnung (Hg.):  Internationaler Wohnungs- und Städtebaukongress. Wien 1926. Vorberichte 1. Wien:  Vorwärts 1926). 46 Im russischen Original:  „в борьбе за изжитие жилищной нужды, создание здоровых нормальных словий жизни и укрепление нового быта.“ (Goergij Veg- man:  Ukrupnennoe žil’e/Vergrösserte Wohnungen. In:  Sovremennaja Architektura Nr.  1/1927, S.  12–19, zit. S.  14).
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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