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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 370 -
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Stefan Simonek370 Blättern trat nach dem Auseinanderbrechen der Donaumonarchie als weitere eindeutig ideologisch ausgerichtete Tageszeitung ab dem Jahr 1919 die Rote Fahne als Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Deren Vorgängerin war Die Soziale Revolution, die am 26.  Juli  1919 erstmals als Die Rote Fahne  – mit einem Foto von Karl Liebknecht auf der Totenbahre als Auf- macher  – erschien.3 Die dem Titel nach an der gleichnamigen Tageszeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands orientierte Rote Fahne4 wurde nach anfänglich viertägiger Erscheinungsweise seit dem 16.  September  1919 täglich herausgegeben. Als Folge der politischen Konflikte in den dreißiger Jahren stand die Zeitung von März bis Juli 1933 unter Vorzensur und danach kurz unter verschärfter Vorlagepflicht, ehe sie am 10. Juli mit Kolportageverbot belegt wurde; spätere Ausgaben konnten daher nur unregelmäßig und im Ausland, etwa in der Tsche- choslowakei, erscheinen. Eine systematische Durchsicht sämtlicher Jahrgänge5 würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Dies scheint freilich insofern nicht notwendigerweise geboten, als sich eine denkbare Hypothese sehr rasch falsifizieren lässt:  die weiter auch Susanne Schimek:  Die russische Literatur in den Zeitschriften der öster- reichischen Moderne. Hausarbeit Univ. Wien 1970; für die einschlägige Rezeption nach 1945 vgl. Christine Engel:  Die Rezeption russischsprachiger Literatur in der österreichischen Tagespresse (1980–1990). Innsbruck:  Verlag des Instituts für Sprach- wissenschaft der Universität Innsbruck 1994, sowie Sarah Schmelzer:  Die Rezeption russischer Literatur in „Standard“ und „Presse“ (1998–2002). Diplomarbeit Univ. Wien 2004; zur Rezeption sowjetischer Kinder- und Jugendliteratur vgl. Gertraud Marinelli-König:  „Internationalismus“ im Feld der Übersetzung von Kinder- und Jugendliteratur der Zwischenkriegszeit. In:  Libri liberorum, Nr.  40/2012, S.  5–12. 3 N.N.: Karl Liebknecht auf der Totenbahre. In:  Die Rote Fahne [fortan:  RF] (26.7.1919), S.  1. Als Gründe für die Änderung des Namens nennt Gerhard Selber die Angleichung an das Organ der deutschen Bruderpartei sowie eine Mitte des Jahres 1919 erfolgende taktische Neuausrichtung der kommunistischen Partei, nachdem sich die Aussichten auf eine erfolgreiche Revolution im Nachkriegsösterreich verschlechtert hatten (vgl. Alfred Schwarz:  Die kommunistische Tagespresse in den Gründungsjahren der ersten österreichischen Republik. Dissertation Univ. Wien 1988, S.  127). 4 Vgl. die entsprechenden Angaben in:  N.N.:  Die Rote Fahne (Österreich). Online unter:  https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Rote_Fahne_(Österreich); vgl. Gerhard Sel- ber:  Parteilinie oder Blattlinie:  die Zentralorgane der beiden Arbeiterparteien von 1918–1933. Diplomarbeit Univ. Wien 1991, S.  113–131. 5 Über die Datenbank „ANNO“ der „Österreichischen Nationalbibliothek“ sind die einzelnen Ausgaben der Roten Fahne online abrufbar, wobei Die Soziale Revolution hier bereits unter die Rote Fahne subsumiert ist.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹