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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 429 -
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Katharina die Große in Literatur, Theater und Film 429 die New  York Times.23 Diesen beiden Stummfilmen folgten 1934 zwei internatio- nal aufsehenerregende Filmproduktionen:  zum einen die englische Verfilmung, die Paul Czinner als Regisseur unter der Gesamtleitung von Alexander Korda realisierte und Elisabeth Bergner, Douglas Fairbanks Jr. und Flora Robson als Darsteller aufbot;24 zum anderen The Scarlett Empress, eine Paramount-Produk- tion nach den Tagebüchern Katharinas, die der amerikanische Drehbuchautor Manuel Korloff für den Film bearbeitet hatte. 2 Katharina die Große in der europäischen Literatur  – ein Exkurs im Gender-Kontext Die faszinierende und vielschichtige Persönlichkeit von Katharina hat nicht nur die Geschichtswissenschaft interessiert, sondern auch in der europäischen Literatur- geschichte und in der internationalen Filmkunst Spuren hinterlassen. Das Porträt der Zarin von Russland zeigt sich dabei fast immer anders, vielschichtig und voller Ambivalenz, wie dies auch ihrer historisch belegten Persönlichkeit zu entsprechen scheint. Schon 1913 verfasst der englische Dramatiker George B.  Shaw mit Great Cathe- rine eine theatralische Skizze in vier Szenen, in der die kulturelle Gegenüberstellung zwischen dem Osten und dem Westen, das heißt zwischen Russland und Deutsch- land/England, zwischen Katharinas Herkunftsland und ihrer Wahlheimat durch Katharinas Gegenliebe zu Potëmkin thematisiert wird. Die kulturelle Gegenüber- stellung basiert auf der als zivilisiert gezeichneten deutschen Gesellschaft und der noch barbarischen, gewaltgeprägten russischen Lebensart, die Potëmkins Persön- lichkeit deutlich verkörpert: Potemkin erscheint als ein heftiger brutaler Barbar, ein emporgekommener Despot von der unerträglichsten, gefährlichsten Sorte; häßlich, faul und abstoßend in seinen Manie- ren. Und doch schildern die Gesandten ihn als den tüchtigsten Mann in Rußland, als 23 Vgl. Mordaunt Hall:  The Screen. Online unter:  http://www.nytimes.com/ movie/review?res=9905E7DF113BE233A25754C1A9679D946595D6CF (letzter Zugriff:  20.12.2016). 24 Die Österreichische Film-Zeitung berichtete von der Uraufführung im Leicester Square Theatre als „glanzvolle[m] gesellschaftliche[n] Ereignis“; die Wiener Kinos über- nahmen den Film in der deutschsprachigen Fassung noch im Sommer 1934 (N.N. In:  Österreichische Film-Zeitung (24.2.1934) S.  4). Eine ausführliche hymnische Kri- tik findet sich in der Ausgabe vom 10.3.1934 (S.  2).
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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