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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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71 Alcide De Gasperi und die österreichische Politik vom Reich bis zum „Anschluss“ 6. „La quindicina internazionale“ Als De Gasperi 1929 aus der Haft entlassen wurde, zu der er von den fa- schistischen Behörden wegen versuchten widerrechtlichen Grenzübertritts verurteilt worden war, fand er dank der Fürsprache von Bischof Endrici eine bescheidene Anstellung als Bibliotheksgehilfe im Vatikan76. Die Arbeit als Bi- bliothekar stellte ihn jedoch nicht zufrieden und ermöglichte ihm vor allem nicht, seine Familie zu erhalten. Deswegen machte er auch Übersetzungen, darunter auch die der Papstgeschichte Ludwig von Pastors, wodurch er sich sein Einkommen aufbesserte. 1933 übernahm er einen zusätzlichen Job und begann durch Fürsprache von Guido Gonella mit der Zeitschrift „L’illustra- zione Vaticana“, einer vom Heiligen Stuhl herausgegebenen Halbmonats- schrift, zusammenzuarbeiten. De Gasperi wurde gebeten, für jede Ausgabe der Zeitschrift einen Beitrag zur internationalen Situation zu verfassen. Er willigte ein und so erschien ab dem 1. Jänner 1933 eine Rubrik mit dem Titel „La quindicina internazionale“ unter dem Pseudonym „Spectator“ 77. Dank Gonella hatte De Gasperi auch Zugriff auf eine sehr große Sammlung aus- ländischer Presseprodukte, die er zum Verfassen seiner Rubrik mit langen Zitaten nutzte. Dadurch erweiterte er seinen politischen Horizont, der – ver- glichen mit den anderen in der Heimat gebliebenen Antifaschisten – ohne- hin schon recht breit war. Die Zusammenarbeit von De Gasperi mit der Zeit- schrift des Heiligen Stuhls setzte sich ununterbrochen bis zur Ausgabe vom 16. Oktober 1938 fort, als sie schließlich eingestellt werden musste. Aufgrund des Ortes und der Zeit, in denen diese Texte veröffentlicht wurden, ist es schwierig zu beurteilen, inwieweit darin die wahren Gedan- ken des unter einem Pseudonym schreibenden Autors zum Ausdruck kamen. Es lässt sich nicht sagen, ob De Gasperi die Texte, so wie sie publiziert wur- den, tatsächlich selbst schrieb oder ob sie überarbeitet und ausgebessert wur- den. Ebenso wenig ist bekannt, ob er Vorsichtsmaßnahmen traf und Selbst- 76 Alberto Melloni, Alcide De Gasperi alla Biblioteca Vaticana (1929–1943), in: Alcide De Gasperi: un percorso europeo, hrsg. von Conze, Corni, Pombeni 141–168. 77 Guido Formigoni, L’Europa vista dal Vaticano: De Gasperi commentatore della po- litica internazionale, in: Alcide De Gasperi: un percorso europeo, hrsg. von Conze, Corni, Pombeni 169–193.; Giorgio Vecchio, Alcide De Gasperi, 1918–1942. Le sconfitte di un politico di professione, in: Alcide De Gasperi, Scritti e discorsi politici, Bd. II/1: Alcide De Gasperi dal Partito popolare italiano all’esilio interno 1919–1942, hrsg. von Mariapia Bigaran, Maurizio Cau (Bologna 2007) 11–186, hier: 152–173.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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